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Trotz Maßnahmenpakets der Bundesregierung gegen den Anstieg der Spritpreise ist der Dieselpreis in Deutschland so hoch wie nie zuvor.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete am Mittwoch, den 1. April, ein Liter Diesel 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent. Das geht aus Daten des ADAC hervor. Die Zahl ist allerdings nicht inflationsbereinigt.
Am Mittwoch waren auch die von der Berliner Koalition im Eilverfahren beschlossenen neuen Vorschriften in Kraft getreten: Nun dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden.
Preissenkungen sind jederzeit erlaubt. Vorbild der Regel ist Österreich. Die Spritpreise sind infolge des Irankriegs in den vergangenen Wochen weltweit gestiegen und die Bundesregierung hat mit den neuen Vorschriften darauf reagiert.
Der ADAC kritisierte die Preiserhöhungen des Mittwochs als unangemessen, da der Rohölpreis zwischen 31. März und dem 1. April gesunken sei. „Die Sorge des ADAC scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können“, sagte ein Preisexperte des Autoclubs in München.
Die Neuregelung reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht. „Nach Überzeugung des ADAC ist es nun Aufgabe des Bundeskartellamtes, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen.“
Auch die Verbraucherzentralen sehen vorerst keine entscheidende Preisdämpfung dadurch, dass Tankstellen die Preise jetzt nur noch einmal am Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur am 2. April: „Aktuell sieht es nicht danach aus, dass die neue Regel Tanken wirklich günstiger macht.“
Es zeichne sich ab, dass die Kraftstoffpreise um 12 Uhr nach oben springen und dann im Tagesverlauf und am nächsten Morgen nachlassen. Sie fordert, dass die Bundesregierung die neue Tankregel schnell bewerten müsse, auch im Hinblick auf den Zeitpunkt der Preisanpassung.
