Neue Regeln fürs Handgepäck beim Fliegen: Passagiere dürfen wieder Getränke mitnehmen – Reise

London-Heathrow, neben Istanbul-Airport der Flughafen mit den meisten Passagieren in Europa, lockert seine Regelungen für Flüssigkeiten im Handgepäck deutlich. Reisende dürfen die Sicherheitskontrolle fortan mit Behältern passieren, die bis zu zwei Liter fassen. Damit endet in Heathrow eine Beschränkung, die dort seit 20 Jahren galt und an den meisten Flughäfen weltweit nach wie vor gilt: Bekanntermaßen dürfen Reisende Flüssigkeiten im Handgepäck nur in Behältern mit einem Fassungsvermögen von maximal 100 Millilitern mitführen, in einem transparenten, wiederverschließbaren Beutel mit höchstens einem Liter Volumen. Die EU, zu der das Vereinigte Königreich damals noch gehörte, hatte nach einem in Großbritannien vereitelten Anschlagsplan 2006 die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck stark begrenzt, viele weitere Länder haben diese Regelung übernommen. Dadurch soll verhindert werden, dass flüssiger Sprengstoff oder Komponenten davon an Bord geschmuggelt werden.

Auch am Münchner Flughafen sind die CT-Scanner an einigen Kontrollstellen bereits im Einsatz.
Auch am Münchner Flughafen sind die CT-Scanner an einigen Kontrollstellen bereits im Einsatz. (Foto: IMAGO/Michael Bihlmayer/IMAGO/Bihlmayerfotografie)

Diese potenzielle Gefahr besteht nach wie vor. Inzwischen kommen bei Sicherheitskontrollen jedoch vermehrt Computertomografie-Scanner zum Einsatz, mit denen es unter anderem möglich ist, die Dichte von Flüssigkeiten, Gelen und Aerosolen zu bestimmen und sie als Gefahrstoffe zu identifizieren. Diese CT-Scanner liefern anders als herkömmliche Durchleuchtungsmethoden keine zweidimensionalen Röntgenbilder in der Draufsicht, sondern dreidimensionale Ansichten der Gepäckstücke, weshalb Flüssigkeitsbehälter und auch Laptops in Heathrow nicht mehr separat aufs Förderband der Sicherheitskontrollen gelegt werden müssen. Die Abfertigung soll dadurch merklich beschleunigt werden.

Die EU und Großbritannien haben im vergangenen Juli CT-Scanner-Modelle für die Kontrolle des Handgepäcks an Flughäfen zugelassen. In Heathrow sind sie inzwischen an allen vier Terminals im Einsatz. Der Londoner Flughafen ist nicht der erste in Europa, an dem die 100-Milliliter-Regelung fällt – aber der bedeutsamste. So können beispielsweise auch in Mailand-Malpensa (Terminal 1) und Mailand-Linate Zwei-Liter-Flaschen ins Handgepäck, außerdem in Rom-Fiumicino, Barcelona-El Prat (Terminal 1), Madrid-Barajas, Birmingham, Edinburgh, Krakau, Vilnius, Bologna und Turin.

Am Flughafen in London-Heathrow muss man künftig bei der Gepäckkontrolle auch seinen Laptop nicht mehr auspacken.
Am Flughafen in London-Heathrow muss man künftig bei der Gepäckkontrolle auch seinen Laptop nicht mehr auspacken. (Foto: Alishia Abodunde/Getty Images)

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main sind bereits ebenfalls einige CT-Scanner im Einsatz, an denen die Mitnahme der deutlich größeren Flüssigkeitsbehälter erlaubt ist. Auf der Homepage des Flughafens heißt es jedoch: Da nicht vorhersehbar sei, welche Kontrollstelle man passiere, „empfehlen wir weiterhin, die allgemeine Regelung (max. 100 ml pro Behälter im 1-Liter-Beutel) einzuhalten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“. In München sind derzeit 15 Kontrollspuren im Terminal 2 und fünf im Terminal 1 mit CT-Scannern ausgestattet. Die jeweils geltende Flüssigkeitsregelung ist an allen Kontrollstellen ausgeschildert.

Wichtig zu beachten ist für Reisende, und deshalb sollten sie sich auf den Webseiten der Flughäfen informieren: Auch wenn dort, wo man abfliegt, moderne Scanner genutzt werden, kann auf dem Rückflug eine konventionelle Kontrolle erfolgen: Was von München nach Mallorca ins Handgepäck darf, ist nicht zwingend auch von Mallorca nach München erlaubt.