Mit Sport hat Schach hier nicht mehr viel zu tun. Es ist Drama, Kampf, Psychoterror. Am Ende steht ein Gerichtsprozess um 100 Millionen Dollar. Zwei Schachweltmeister bekriegen sich bis zum Äußersten, zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der etwas undurchsichtige Hans Niemann und der souveräne Champion Magnus Carlsen, Protagonisten der sehenswerten Dokumentation „Untold: Chess Mates“ bei Netflix. Fasziniert sieht man Carlsen im Blind-Simultanspiel mit zehn Gegnern. Die Positionen von 320 Figuren muss er sich merken, bis zu zehn Gegenzüge vorausplanen. Er gewinnt alle Partien. Als Amateur ist man mit sichtbaren 32 Figuren und drei bis fünf vorausgedachten Zügen schon gut ausgelastet.
