
Taktik ist nicht entscheidend, es zählt die Leidenschaft. Beim 2:1-Sieg in Italien wird sichtbar, was Julian Nagelsmanns Elf zum Erfolg treibt: große Wut.
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Diese Szene hätte man vor ein paar Monaten nicht für möglich gehalten: Leon Goretzka, im deutschen Trikot, rutscht auf Knien zur Eckfahne. Damals war er abgeschrieben, beim FC Bayern wie in der Nationalmannschaft. Goretzka kämpfte sich, ohne zu meckern, zurück, Stück für Stück. Und jetzt feierte er sein Siegtor im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League gegen Italien.
Goretzka war nicht nur der Comeback-Held des Abends. Er stand symbolhaft für das deutsche Spiel. Er musste wieder tief im Mittelfeld ran, obwohl ihm das Klein-Klein, was dort nötig ist, sichtbar nicht liegt. Goretzkas Zone ist der Strafraum. Sein Aufbauspiel war mäßig, aber er war dreimal so torgefährlich wie die gesamte italienische Offensive zusammen. Er hätte mehr als einen Treffer erzielen können.