
Wenig in der jüngeren Vergangenheit Österreichs berührt mich so wie die Geschichte von Natascha Kampusch. Des Mädchens, das 1998, etwa so alt wie ich damals, auf dem Schulweg in einen Kleintransporter gezerrt und entführt wurde. Der Jugendlichen, die sich nach acht Jahren Gefangenschaft selbst befreit hat. Der jungen Frau, die ihre Geschichte erzählt, aufrecht, mutig, redegewandt. Nach allem, was war.
Bis heute hat diese Geschichte keinen Abschluss gefunden, jedenfalls keinen guten. Zwanzig Jahre nach ihrer Flucht wurde Natascha Kampusch gerade wieder in die Schlagzeilen gezerrt. Vermutlich gegen ihren Willen. Als wäre der mediale Umgang mit dieser Frau nicht schon bisher schäbig genug gewesen.
