Nagelsmann zu Neuer-Rückkehr: „An der Entscheidung wird sich nichts ändern“

Julian Nagelsmann hielt sich nicht lange auf mit den Glückslosen in der Nations League. Vor dem Klassiker gegen die Niederlande und den Duellen mit Serbien sowie Griechenland ist Fußball-WM – und so nutzte der Bundestrainer die Ziehung in Brüssel, um ein paar Ansagen zu machen für das ungleich wichtigere Turnier im Sommer.

Die wichtigste: Manuel Neuer bleibt DFB-„Rentner“ – und Marc-André ter Stegen bekommt eine winzige Restchance auf sein Großereignis. Im März aber, wenn Nagelsmann das Gros seines WM-Kaders präsentieren will, darf sich die wahrscheinlichste Nummer eins, Oliver Baumann, abermals in den Fokus spielen. Dasselbe gilt für Niclas Füllkrug oder Rückkehrer Jamal Musiala.

Julian Nagelsmann: „Ter Stegen wäre dran“

„Es gibt, was die Torhüter-Thematik angeht, drei Fakten“, erklärte Nagelsmann. Zunächst sei da die „tragische Verletzung“ ter Stegens, „was mir unfassbar leid tut“. Aus Respekt vor dem Neuer-Erben werde er die Tür für den Schlussmann „nie ganz zu“ machen, „weil er dran wäre. Aber es muss sinnhaft sein für ihn, für uns. Aktuell sieht es nicht rosig aus“, erläuterte Nagelsmann.

Fakt zwei sei, „dass Manu zurückgetreten ist und gestern noch einmal gesagt hat, dass sich an der Entscheidung nichts ändern wird“. Fakt drei? Dass Baumann „eine gute Saison spielt und es bei uns auch in der WM-Quali herausragend gut gemacht hat – und auch im März herausragend gut machen wird“. All das sage „relativ viel aus“.

Wie auf der Torhüterposition sei seine WM-Planung insgesamt „weit vorangeschritten“, ergänzte Nagelsmann. Die Fälle ter Stegen oder Kai Havertz, mit dem er nach erfolgreichem Comeback für März plane, zeigten aber, dass es immer „ein paar Unwägbarkeiten“ geben könne: „Die Key-Player müssen am Ende auch beim Turnier dabei sein, damit alles gut funktioniert.“

Wann kommt der „Key-Player“ zurück? Havertz jubelt bei der Heim-EM.
Wann kommt der „Key-Player“ zurück? Havertz jubelt bei der Heim-EM.Picture Alliance

Wie Musiala, „der langsam zu Kräften kommt“, wie der Bundestrainer erfreut beobachtet hat, im Pokal gegen Leipzig habe er „besser ausgesehen als die letzten Wochen“. Der Bayern-Star brauche Zeit, „die muss er sich geben, die gebe ich ihm sowieso, und die gibt ihm Vincent Kompany“.

Gilt das auch für Füllkrug, der seine WM-Ambitionen nach seinem Wechsel zur AC Mailand wortreich unterstrichen hat? „Das ist ein Spielerprofil, das wir nicht so viel haben“, sagte Nagelsmann und verwies auf den ähnlichen Typen Tim Kleindienst. „Wir werden, das kann ich verraten, einen Kopfballspieler vorne mitnehmen.“ Füllkrug sei „herzlich eingeladen, Tore zu schießen“, und sich „nicht nur in Interviews“ zu empfehlen.

„Das ist eine schöne Mannschaft mit vielen Topstars“, sagte er über das „geschichtsträchtige“ Duell mit Oranje. Serben und Griechen hätten nicht diese „Breite im Kader, aber trotzdem den ein oder anderen Topstar, auch bekannt aus der Bundesliga“, ergänzte er. Aber jetzt ist ja erst einmal: WM.