

Die Bundesbank ist nach Angaben ihres Präsidenten Joachim Nagel Tag für Tag Ziel eine Vielzahl digitaler Angriffe. „Allein auf die IT-Systeme der Bundesbank erleben wir jede Minute mehr als 5000 Cyberangriffe“, sagte er im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“. Auf das Jahr hochgerechnet seien das zweieinhalb Milliarden Fälle, die an der Firewall der Bundesbank abprallen würden: „Es ist ein ständiger Wettlauf“, betonte der Bundesbankchef.
Die deutsche Zentralbank habe eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen ergriffen, um ihre IT-Landschaft so sicher wie möglich zu machen. „Das fängt beim sicherheitsgeprüften Personal an und geht über gesicherte IT-Systeme bis zur Cyberabwehr und dem Business-Continuity-Management“, sagte Nagel.
So sei die Bundesbank zu einer Art IT-Dienstleister geworden und übernehme mit anderen Zentralbanken eine wichtige Rolle für das gesamte Eurosystem: „So wird es für den digitalen Euro drei große Rechenzentren geben: in Frankreich, Italien und Deutschland“, erläuterte Nagel.
Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt das Jahr 2027 für ein Pilotprojekt zum digitalen Euro an. Die digitale Version der Gemeinschaftswährung soll das Euro-Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen und überall im Euro-Raum als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Über eine EZB-App soll die Digitalwährung nutzbar sein.
Mit ihr will Europa unabhängiger werden von amerikanischen Anbietern wie Paypal, Apple Pay, Mastercard oder Visa. Die EZB reagiert mit dem Projekt auch auf den zunehmenden Rückgang der Bargeldnutzung.
