Hertha BSC setzt seine beeindruckende Serie fort: Dank Dawid Kownackis Jokertor holten die Berliner am Samstagmittag ihren sechsten Pflichtspielsieg in Folge – bei keinem davon kassierten sie ein Gegentor.
Beim 1:0 in Kiel waren die formstarken Berliner erneut die überlegene Mannschaft, taten sich gegen kompakt stehende Kieler aber lange schwer mit dem Herausspielen von klaren Chancen. Der eingewechselte Kownacki erlöste die Berliner dann mit seinem Kopfballtor in der 75. Spielminute. „Die Kieler sind eine gute Mannschaft und haben uns ans Limit gefordert„, kommentierte Hertha-Trainer Stefan Leitl den Sieg. „Aber: Kompliment an meine Mannschaft, wir haben sehr disziplinert gespielt und verdient gewonnen.“
Die tabellarische Aufholjagd der Hertha geht damit weiter: Bei jetzt 26 Punkten haben die Berliner die Aufstiegsränge voll im Blick. Kiel bleibt mit 15 Zählern im Mittelfeld – Trainer Marcel Rapp ärgerte sich über das Endergebnis: „Wir müssen Spiele gewinnen, das zählt. Grundsätzlich war die Leistung besser als zuletzt – aber es zählen am Ende die Ergebnisse.“
Favorit Hertha hat mehr vom Spiel
Fünf Siege im Rücken, seit 500 Minuten kein Gegentor – die Hertha ging als formstärkstes Team der Liga als Favorit in die Partie. Kiel jedoch hielt im ersten Durchgang ordentlich dagegen und verzeichnete den ersten gefährlichen Torschuss, als Alexander Bernhardsson Hertha-Keeper Tjark Ernst mit einem 40-Meter-Lupfer überlisten wollte.
In der Folge war aber Hertha die überlegen Elf. Die Berliner kontrollierten das Spiel und hatten ihrerseits erste Offensiv-Momente: Mickael Cuisance per Schlenzer (13.) und Luca Schuler (24.) nach einer Ecke setzten die ersten Duftmarken. Bei gut organisierten Kielern fiel es der Leitl-Elf aber alles andere als leicht, eine Vielzahl an Chancen zu erspielen, sodass es torlos in die Kabinen ging.
Hertha bleibt die bessere Mannschaft
Zweiter Durchgang, gleiches Bild: Die Berliner blieben die leicht überlegene Mannschaft, im letzten Drittel fehlten aber Tempo und Präzision. Geburtstagskind Fabian Reese (28 Jahre), in Kiel geboren, konnte sich lange nicht wie zuletzt in Szene setzen und brachte seine Frustration gestenreich zum Ausdruck. Erneut Cuisance kam dann zur bis dato besten Herthaner Chance der zweiten Halbzeit, als er wieder per Schlenzer aus guter Position sein Glück versuchte – der Ball landete über dem Tor (64.)
Lange nicht zufrieden – dann wieder entscheidend beteiligt: Fabian Reese
Die Partie bewegte sich immer mehr in Richtung Unentschieden, ehe die Einwechslung Kownackis dem Partie noch einmal eine Wendung gab: Reese bekam von den Kielern etwas zu viel Raum und flankte zielgenau auf den zweiten Pfosten, wo der Pole schulbuchmäßig einköpfte. Kapitän Reese, nach schwierigem Saisonstart immer mehr in Bestform, hatte schon in der Vorwoche beim 1:0-Erfolg gegen Braunschweig das Siegtor mustergültig per Hereingabe vorbereitet. Es war bereits Reeses siebte Torvorlage der Saison, er ist damit alleiniger Top-Vorbereiter der Liga.
Kiel warf noch einmal alles nach vorne, echte Gefahr konnten die Störche aber nicht mehr heraufbeschwören. Hertha konterte in der Schlussphase, spielten die Gegenstöße aber nicht sauber aus, sodass es beim 1:0-Endstand blieb.
Kiel beim HSV, Hertha gegen Kaiserslautern
Kiel ist am Mittwochabend beim Hamburger SV im DFB-Pokal zu Gast (20.45 Uhr). Hertha empfängt bereits am Dienstagabend den 1. FC Kaiserslautern zum Duell der Zweitligisten im Pokal (18 Uhr).

