Nach Platzverweis in Leverkusen: FC-Bayern-Sportboss Max Eberl rügt Nicolas Jackson

Als Nicolas Jackson nach seiner Roten Karte bedient vom Platz trottete, blickte er nach oben zu einer der Videoleinwände der BayArena, um sich zu vergewissern, wie lange noch zu spielen sein wird. Beim Stand von 0:1. Ohne ihn. Zu zehnt. In der 42. Minute musste der 24-jährige Mittelstürmer Zwangsfeierabend machen. Jackson hatte Leverkusens Martin Terrier rüde, mit offener Sohle gegen den Knöchel abgeräumt und zunächst Gelb gesehen – zu wenig. Der VAR ließ Schiedsrichter Christian Dingert die Aktion noch mal am Bildschirm begutachten. Das logische Resultat angesichts des Trefferbildes: Rot!

Als der Übeltäter an der Seitenlinie angekommen war, nahm er ein paar Meter Sicherheitsabstand zu Vincent Kompany, der jedoch auf ihn zuging und mit einem Klaps in die Kabine verabschiedete. Über diese Entscheidung, so der Bayern-Trainer später, „gibt es keine Diskussionen. Über andere Sachen danach schon.“

Eber über Jackson: „Drei Tage später bist du der Depp, weil du eine Rote Karte kassierst“

Das hatte jedoch mit Jackson nichts mehr zu tun, der vor seinem Fehltritt selbstbewusst, jedoch ohne Fortune im Abschluss aufgetreten war. Man merkte dem Senegalesen an, dass er schon zum dritten Mal in Folge Toptorjäger Harry Kane auf der Mittelstürmer-Position vertreten durfte. Beim 4:1 gegen Mönchengladbach hatte Jackson ebenso getroffen wie am Dienstag beim Schützenfest in Bergamo (6:1). Unter Kompany war es Bayerns zweiter Platzverweis in der Bundesliga – zugleich der erste seit dem 8. März 2025. Damals musste Joao Palhinha, für diese Saison an Tottenham Hotspur ausgeliehen, beim 2:3 gegen Bochum vor der Pause runter.

Blöd gelaufen für Jackson, der sich gerade als Kane-Ersatz besser und besser zurechtgefunden und etabliert hatte. „Im Fußball geht es so schnell, du hast gegen Gladbach das Tor gemacht, du hast gegen Atalanta ein sehr, sehr ordentliches Spiel gemacht“, meinte Eberl und erklärte: „Drei Tage später bist du der Depp, weil du eine Rote Karte kassierst – im Willen einen Zweikampf zu führen, wo er zu spät kommt und den Knöchel trifft. Er ist darüber am Unglücklichsten. Das ist dieser Fußball, der ist einfach gnadenlos.“ Eberl rügte jedoch auch Jacksons Einsteigen an der Mittellinie: „Er müsste da nicht mehr so hingehen.“

Eberl hofft auf maximal auf eine Sperre von zwei Spielen bei Jackson

Wird Jackson nun lange gesperrt? „Gegen Union wird er nicht dabei sein, vielleicht kriegt er noch ein zweites Spiel und dann ist er wieder dabei“, sagte Sportvorstand Max Eberl voller Hoffnung. Union Berlin gastiert am Samstag in der Allianz Arena. Da fehlen dann auch Jonathan Tah (fünfte Gelbe Karte) und Luis Díaz nach seiner Gelb-Roten Karte.

Ob sein Malheur Jackson, der als Leih-Stürmer für 16,5 Millionen Euro – die Rekordgebühr der Bundesliga-Historie – Ende August vom FC Chelsea für eine Saison geholt wurde, nun runterzieht? „Nico hat uns immer wieder geholfen und wird uns auch noch zum Ende der Saison helfen mit seinen Einsatzzeiten“, sagte Eberl und betonte: „Deswegen sind wir froh, dass er bei uns ist in dieser Saison.“ Nächstes Jahr nicht mehr. Die Kaufpflicht in Höhe von 65 Millionen bei 40 Pflichtspielen (von Beginn an oder mit mindestens einer Halbzeit) kann nicht mehr greifen.