Nach 30 Jahren: ARD setzt „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross ab – Medien

Die ARD setzt die Schlagersendung „Immer wieder sonntags“ ab. In diesem Jahr werden die letzten 13 Live-Ausgaben des Formats mit dem Traunsteiner Moderator Stefan Mross, 50, produziert, wie der SWR in Baden-Baden auf Anfrage bestätigte. Die Sendung läuft seit rund 30 Jahren im Ersten und gehört zu den beliebtesten Volksmusik-Shows in Deutschland. Regelmäßig schaut ein Millionenpublikum zu.

Der Sender begründete das Aus mit Sparmaßnahmen. Das Geld solle einerseits eingespart und andererseits in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden. Zudem wollen sich ARD und SWR auf ein jüngeres und neueres Publikum fokussieren. Die Live-Ausgaben in diesem Jahr sind als rund zweistündige Sendungen geplant – die letzte am 6. September. Es wird dem Vernehmen nach kein Nachfolgeformat geben.

Seit 2005 moderiert der Oberbayer Mross die Sendung, die in einer Freiluftarena im Europa-Park nahe Freiburg produziert wird. Im vergangenen Jahr schauten die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26 Millionen Menschen, die Sendung erreichte einen durchschnittlichen Marktanteil von rund 17 Prozent.

Die Zusammenarbeit mit der ARD verlief in den vergangenen Jahren nicht immer reibungslos. Nach einer Schlägerei in einem Hotel und bundesweiten Schlagzeilen zu dem Vorfall prüfte der SWR im Frühjahr 2023, ob Mross nicht ersetzt werden sollte. Das Amtsgericht Leipzig hatte im November 2022 einen Strafbefehl gegen ihn erlassen. Schlussendlich durfte Mross weiter moderieren.

Schlagzeilen gab es auch nach einer Sendung im Jahr 2022, als Mross während der Sendung ein Mädchen interviewte und sie fragte: „Was ist das Besondere, auf einem (M)Ross zu reiten?“ Gegenüber RTL erklärte der SWR damals, man habe mit Mross über die Szene gesprochen. „Er hat den betreffenden Wortwitz spontan gemacht – und ohne jede Absicht, damit seinen jungen Gast oder das Publikum zu verletzen. Dass der Witz zu Irritationen geführt hat, tut dem Moderator unserer beliebten Unterhaltungssendung sehr leid.“ Der SWR beließ damals die Sendung in der Mediathek.