„Mutter aller Abkommen“: Indien will Zölle auf EU-Autos drastisch senken

„Mutter aller Abkommen“Indien will Zölle auf EU-Autos drastisch senken

25.01.2026, 16:49 Uhr

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Derzeit halten europäische Autobauer einen Anteil von weniger als vier Prozent am indischen Pkw-Markt, der rund 4,4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr umfasst. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Indien ist mittlerweile der drittgrößte Automarkt der Welt. Bisher lagen die Importzölle für EU-Autos bei bis zu 110 Prozent. Insidern zufolge soll ein langverhandeltes Abkommen nun deutliche Handelserleichterungen für europäische Autobauer bringen.

Indien will Import-Zölle auf Autos aus der Europäischen Union Insidern zufolge drastisch senken. Im Zuge eines Freihandelsabkommens sollen die Abgaben von bis zu 110 auf 40 Prozent fallen, wie zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen sagten. Bereits am Dienstag könnten beide Seiten den Abschluss der langwierigen Gespräche für das Abkommen bekannt geben.

Davon würden europäische Autobauer wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW profitieren. Das indische Handelsministerium und die Europäische Kommission lehnten eine Stellungnahme zunächst ab.

Die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi hat demnach zugestimmt, den Zollsatz für eine begrenzte Anzahl von Autos mit einem Importpreis von mehr als 15.000 Euro sofort zu senken. Dem einen Insider zufolge gilt die Senkung zunächst für eine Quote von rund 200.000 Verbrenner-Fahrzeugen pro Jahr. Im Laufe der Zeit solle der Zollsatz weiter auf zehn Prozent fallen. Elektro-Fahrzeuge seien in den ersten fünf Jahren von den Zollsenkungen ausgenommen. Damit sollen Investitionen einheimischer Hersteller wie Mahindra & Mahindra und Tata Motors geschützt werden.

Profit für deutsche Hersteller

Indien ist nach den USA und China der drittgrößte Automarkt der Welt, schottet seine heimische Industrie jedoch stark ab. Die derzeitigen Zölle von 70 und 110 Prozent auf importierte Autos wurden in der Vergangenheit wiederholt von Unternehmenschefs kritisiert. Das Abkommen, das in Indien bereits als „Mutter aller Abkommen“ bezeichnet wird, könnte auch die indischen Exporte von Textilien und Schmuck ankurbeln. Diese waren zuletzt von US-Zöllen von 50 Prozent getroffen worden.

Von den niedrigeren Importzöllen dürften neben den deutschen Herstellern Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW auch die Konzerne Renault und Stellantis profitieren. Derzeit halten europäische Autobauer einen Anteil von weniger als vier Prozent am indischen Pkw-Markt, der rund 4,4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr umfasst.

Dominiert wird der Markt vom japanischen Hersteller Suzuki sowie den heimischen Marken Mahindra und Tata, die zusammen zwei Drittel des Marktes kontrollieren. Angesichts der Erwartung, dass der indische Markt bis 2030 auf sechs Millionen Einheiten pro Jahr wachsen wird, planen einige Unternehmen bereits neue Investitionen.

Quelle: ntv.de, raf/rts