
AUDIO: Welttag der Feuchtgebiete: Moore haben große Bedeutung (1 Min)
Stand: 02.02.2026 10:24 Uhr
Moore sind effektive Kohlenstoffspeicher und daher wichtig für den Klimaschutz. Zugleich bieten sie seltenen Tieren und Pflanzen ein Zuhause. Trockenlegung und Torfabbau gefährden die einzigartigen Feuchtgebiete.
Lebensfeindlich, mystisch und ein bisschen gruselig: Das Moor war für den Menschen lange Zeit ein Gegner. Aber er hat es über die Jahrhunderte erobert, trockengelegt und den Torf abgebaut. Doch der Torfabbau hat negative Auswirkungen auf die Umwelt, denn Moore liefern einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und sind als Lebensraum für seltene Arten einzigartig.
Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher
Moore speichern mehr Kohlendioxid als jedes andere Ökosystem der Welt. Obwohl sie weltweit nur drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammengenommen, so der BUND. Intakte Moore sind deshalb für den Klimaschutz von zentraler Bedeutung.
CO2-Emissionen als Folge von Entwässerung
In Deutschland nehmen Moore laut Bundesumweltministerium nur noch etwa fünf Prozent der Landfläche ein. Viele Moore wurden trockengelegt, um die Böden landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Doch die Entwässerung hat Folgen: Wird einem Moor das Wasser entzogen, trocknen die Torfkörper aus und Nährstoffe werden freigesetzt. Das Moor kann kein Wasser mehr speichern, Kohlendioxid entweicht.
Trockengelegte Moore setzen weltweit große Mengen CO2 frei. Allein in Deutschland beträgt ihr Anteil an den jährlichen CO2-Emissionen etwa 7,5 Prozent. Inzwischen werden Moorflächen deshalb wieder vernässt und nachhaltig bewirtschaftet.
Moore sind Wasserspeicher und Lebensraum
Moore bestehen zu 95 Prozent aus Wasser und sind sehr gute Wasserspeicher. Bei Starkregen oder Hochwasser können sie im Verhältnis zur Fläche enorm viel Wasser aufnehmen und so Überschwemmungen und Flutkatastrophen verhindern. Zudem können sie Wasser für Trockenzeiten speichern und als große Filter fungieren, die auch umliegende Gewässer sauber halten. Sie sind Lebensraum für Tiere wie Mosaikjungfer-Libelle und Moorfrosch sowie für Pflanzen wie Torfmoose und Sonnentau.
Torf – problematisch, aber im Gartenbau gefragt
Der Bedarf an Torf ist weiterhin groß, vor allem im Gartenbau. Zierpflanzen, Salat, Gemüse – nahezu jeder Setzling im professionellen Gartenbau wächst heute noch auf Torferde heran. Denn Torferde erfüllt hohe Ansprüche: Sie speichert Luft und Wasser und lässt sich an die Bedürfnisse fast aller Pflanzen anpassen.
In Deutschland werden seit langem keine intakten Moore mehr für den Torfabbau freigegeben. Der Abbau ist nur noch auf zuvor landwirtschaftlich genutzten, entwässerten Flächen erlaubt und findet überwiegend in Niedersachsen statt. Um den Bedarf zu decken, importiert die deutsche Torfindustrie große Mengen aus dem Baltikum.
Torf-Alternativen für den Garten
Für den Freizeitgartenbau sieht die Torfminderungsstrategie der Bundesregierung einen Ausstieg aus torfhaltigen Produkten bereits für dieses Jahr vor. Für Hobbygärtner soll demnach im Handel nur noch torffreie Erde erhältlich sein. Der Erwerbsgartenbau soll bis 2030 folgen. Allerdings hat die Substrat-Industrie bislang lediglich freiwillige Verpflichtungen abgegeben, den Torfanteil bei Pflanzenerden schrittweise zu reduzieren. Ein Torfverbot ist in Deutschland aufgrund der EU-Rechtslage derzeit nicht möglich.
Informationen über Torf-Alternativen und Tipps zum torffreien Gärtnern gibt die Website torffrei.info. Der BUND hat zudem einen Einkaufsführer für torffreie Erden herausgegeben, den es auf der Webseite zum Download gibt.
Moorpflanzen zur Herstellung von Gartenerde und Dämmstoffen
Forschende untersuchen derzeit den landwirtschaftlichen Anbau von Torfmoosen auf ehemaligen Moorflächen, um daraus Pflanzenerden herzustellen. So sollen die Moore renaturiert und die Flächen zugleich landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden. Weitere Projekte sehen ebenfalls eine klimafreundliche landwirtschaftliche Nutzung wiedervernässter Moorflächen vor. So könnten etwa aus moortypischen Pflanzen wie dem Rohrglanzgras künftig Pappen und Dämmstoffe hergestellt werden.
Kann man im Moor versinken?
Anders als manch Gruselgeschichte vermuten lässt, kann man im Moor zwar einsinken, aber nicht untergehen – dank der Gesetze der Physik. Weil Moore aus Pflanzenresten bestehen, die nicht vollständig verrottet sind, haben sie – anders als Wasser – eine viel höhere Dichte als der menschliche Körper und drücken ihn deshalb wie einen Korken immer wieder nach oben. Steckt man aber erst mal bis zur Brust im Moor, kann man sich ohne Hilfe kaum befreien und der Körper kühlt im kalten Schlamm aus. Das war vermutlich auch das Schicksal so mancher Moorleiche, von denen in Europa etwa 1.000 gefunden wurden.









