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Kulturschätze rund um den Elm (10 Min)
Stand: 09.04.2026 13:47 Uhr
Östlich von Braunschweig liegt der Elm. Dort befindet sich einer der größten Buchenwälder Norddeutschlands. Zusammen mit Lappwald und Asse ist der Höhenzug ein schönes Ziel für Mountainbiker und Wanderer.
Bis etwa 320 Meter ragen die Gipfel des Mittelgebirgszugs aus der meist flachen Landschaft heraus. Buchen bedecken nahezu die gesamte Fläche des etwa 25 Kilometer langen und nur wenige Kilometer breiten Gebiets. Gemeinsam mit dem teilweise bereits in Sachsen-Anhalt gelegenen Lappwald bildet der Elm den weitläufigen Naturpark Elm-Lappwald.
Zu Fuß und per Rad durch den Wald
Der Elm ist nahezu unbesiedelt, lediglich einige Landstraßen führen hindurch. Orte gibt es nur am Rand des Höhenzugs. Dutzende markierte Wanderwege durchziehen die hügelige Landschaft, viele davon sind als Rundwanderungen angelegt und starten an verschiedenen Wanderparkplätzen. Ein beliebtes Ziel ist das von Wiesen, Wald und Teichen geprägte Reitlingstal an der Westseite des Elm. Dort befindet sich das Quellgebiet der Wabe. Für eine mehrtägige Wanderung eignet sich der 100 Kilometer lange Vier-Wälder-Rundwanderweg, auf dem man neben Elm und Lappwald auch die Waldgebiete Elz und Dorn erkunden kann.
Auch Radwanderer finden im Naturpark zahlreiche verschiedene Routen unterschiedlicher Längen. Die App „Elm-Lappwald erfahren“ führt zu zahlreichen landschaftlichen oder kulturellen Highlights der Region. Weitere kostenlose Touren-Apps richten sich speziell an Mountainbiker oder wandernde Familien. Sie können mit der Wanderstempel-App auf 34 Routen Stempel und Infosticker sammeln.
Wandern in der Asse
Wenige Kilometer westlich des Elm liegt der kleine Höhenzug Asse. Bundesweit bekannt wurde der Name im Zusammenhang mit dem maroden Atommüllzwischenlager, das sich in den Tiefen eines ehemaligen Salzbergwerks befindet. Die Asse ist aber auch ein schönes Wandergebiet mit viel Buchenwald. Ein gut zehn Kilometer langer Rundwanderweg beginnt in Wittmar und führt zum Bismarckturm und der Ruine der Asseburg.
Königslutter und der Kaiserdom
Ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch im Elm ist das Städtchen Königslutter am Nordrand des Höhenzugs. Neben einem Bummel durch den mittelalterlichen Ortskern mit kleinen Gassen und schönen Fachwerkhäusern lohnt ein Besuch des Kaiserdoms aus dem 12. Jahrhundert. Er gilt als einer der bedeutendsten romanischen Bauten in Niedersachsen.
Besonders sehenswert sind das Löwenportal und der Jagdfries an der Hauptapsis sowie der Kreuzgang. Nahe dem Dom steht die jahrhundertealte Kaiser-Lothar-Linde. Sie zählt zu den ältesten Linden Niedersachsens und soll angeblich bereits im Jahr des Baubeginns des Doms gepflanzt worden sein.
Geschichte erleben in Schöningen
Bekannt ist der Elm auch für die Schöninger Speere. Sie wurden in einem Braunkohle-Tagebau am südöstlichsten Punkt des Elm nahe der Stadt Schöningen entdeckt und gelten als älteste Waffen der Welt. Das Forschungsmuseum Schöningen zeigt die 300.000 Jahre alten Holzspeere und gibt Einblicke in das Leben des Homo heidelbergensis, eines Vorfahren des heutigen Menschen.
Auch das Städtchen Schöningen selbst hat mit seiner hübschen Altstadt und einem Schloss einiges zu bieten. Eine App führt zu den Sehenswürdigkeiten. Ein Wahrzeichen der ältesten Stadt im Braunschweiger Land ist die Wasserträgerin: Das Wasser in Schöningen war früher extrem kalkhaltig und zum Kochen nicht zu verwenden. Die Wasserträgerinnen mussten daher weiches Wasser teils über weite Strecken heranschaffen.
Helmstedt und der Lappwaldsee
Ein guter Startpunkt für Touren in den Lappwald ist die ehemalige Grenzstadt Helmstedt im Westen des Waldgebiets. Schön restaurierte Fachwerkhäuser prägen die Altstadt rund um den Marktplatz. Wahrzeichen der Stadt ist der 36 Meter hohe Hausmannsturm. Er ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land.
Bis 1990 war Helmstedt einer der wichtigsten Grenzübergänge zur DDR. Das Zonengrenz-Museum dokumentiert diese Zeit.
Im Süden von Helmstedt entsteht auf dem Gelände eines früheren Tagebaus der Lappwaldsee. Der Freizeitsee wird der Fläche nach der viertgrößte See in Niedersachsen sein. Mit Bade- und Wassersportmöglichkeiten soll er sich in einigen Jahren zum touristischen Anziehungspunkt der Region entwickeln. Noch läuft der See nach und nach mit Wasser voll.






