Mindestens 100 Euro pro Monat: 5,8 Prozent mehr Geld im öffentlichen Dienst der Länder

Mindestens 100 Euro pro Monat5,8 Prozent mehr Geld im öffentlichen Dienst der Länder

14.02.2026, 10:05 Uhr

02-02-2026-Thueringen-Jena-Teilnehmer-des-Warnstreiks-am-Universitaetsklinikum-Jena-ziehen-in-einer-Demonstration-durch-die-Stadt-Die-Gewerkschaft-Verdi-fordert-fuer-die-Beschaeftigten-im-oeffentlichen-Dienst-der-Laender-unter-anderem-sieben-Prozent-mehr-Gehalt-monatlich-mindestens-300-Euro-mehr-und-eine-Aufstockung-der-Zuschlaege-fuer-Arbeit-zu-unguenstigen-Zeiten-etwa-nachts-Es-ist-bereits-der-dritte-Warnstreik-an-Thueringens-einzigem-Uniklinikum-seit-Jahresbeginn
Beschäftigte hatten in den vergangenen Wochen immer wieder gestreikt. (Foto: dpa)

Weitere Streiks im öffentlichen Dienst sind vom Tisch. Die Tarifeinigung war „so schwierig wie lange nicht“. Am Ende erzielen die Gewerkschaften ein Ergebnis ähnlich wie bei Bund und Kommunen. Die Laufzeit ist allerdings lang.

Die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sollen in drei Schritten insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld bekommen. Auf diesen neuen Tarifvertrag einigten sich die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Der neue Tarifvertrag soll 27 Monate laufen, bis zum 31. Januar 2028. Weitere Warnstreiks oder gar ein unbefristeter Streik sind damit vom Tisch.

Zum 1. April ist eine Tariferhöhung um 2,8 Prozent, mindestens aber 100 Euro vorgesehen. Eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent soll es zum 1. März 2027 geben, danach noch einmal um 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028. Nachwuchskräfte sollen 150 Euro mehr bekommen. Die Arbeitsbedingungen im Osten sollen den West-Regelungen angeglichen werden, sowohl beim Kündigungsschutz als auch bei der Verringerung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena.

Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke nannte die Verhandlungen mit den Ländern „so schwierig wie lange nicht mehr“. Am Ende sei das Niveau wie im Tarifvertrag der für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen im vergangenen Jahr erreicht worden.

Verhandelt wurde für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten der Länder. Wenn der Abschluss wie üblich auf die mehr als 1,3 Millionen Beamten und Pensionäre übertragen wird, sind insgesamt 2,2 Millionen Menschen betroffen. Es geht zum Beispiel um Beschäftigte in Straßenmeistereien, Universitätskliniken, Gefängnisbeschäftigte, um IT-Fachkräfte, Tierpfleger, Erzieherinnen oder Lehrkräfte. Die Gespräche hatten Anfang Dezember begonnen. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Warnstreiks gegeben.

Verhandlung bis in die Nacht

Die Gewerkschaften forderten ursprünglich sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens 300 Euro mehr im Monat. Ihr Forderungskatalog umfasste auch Verbesserungen für Schichtbeschäftigte, für Azubis, einen eigenen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und Ost-West-Angleichungen – etwa bei den weiter ungleichen Arbeitszeiten in Unikliniken.

Die Länder-Tarifgemeinschaft hatte ihr Angebot zuletzt auf „mehr als fünf Prozent“ beziffert. Die Gewerkschaften wollten mit zwölf Monaten auch eine viel kürzere Laufzeit. Letztlich setzten sich die Arbeitgeber dabei weitgehend durch.

Eigentlich sollte die dritte und letzte Verhandlungsrunde, die am Mittwoch begonnen hatte, bereits am Freitag enden. Doch zogen sich die strittigen Gespräche bis in die Nacht. Wie schwer es den Gewerkschaften fiel, die Angebote der TdL anzunehmen, zeigte sich in Potsdam in stundenlangen Beratungen hinter verschlossenen Türen. Die Verdi-Führung um Werneke erläuterte in den eigenen Reihen intensiv den Verhandlungsstand und beantwortete Fragen.

Für die Gewerkschaften wurde ein schlechterer Abschluss als beim öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen als unannehmbar eingestuft. Auch für sie waren vergangenes Jahr zusammengerechnet 5,8 Prozent Erhöhung der Einkommen erreicht worden, damals in zwei Stufen.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/AFP