Es waren interessante Szenen, die sich am Samstagabend in Leipzig abspielten. Der FC Bayern hatte zuvor im Meisterkampf vorgelegt und Eintracht Frankfurt am Ende knapp mit 3:2 besiegt, Borussia Dortmund kam gegen RB dank eines Tores von Fabio Silva in der Nachspielzeit noch zu einem 2:2. Eigentlich war das ziemlich enttäuschend für den BVB, denn der Vorsprung der Münchner an der Tabellenspitze wuchs eine Woche vor dem Topspiel in Dortmund also auf acht Punkte an. Und doch wurde beim BVB ausgelassen gejubelt. Wie konnte das sein?
Der BVB glaubt noch dran
„Schade natürlich, dass wir es nicht gewonnen haben. Diese Emotionen nach dem Ausgleichstreffer müssen wir aber mitnehmen“, brachte Torhüter Gregor Kobel die Gemütslage auf den Punkt. Dortmund wollte auf keinen Fall verlieren, das war das Wichtisgte. Denn mit einem Sieg gegen Bayern am Samstag (18.30 Uhr) würde der Vorsprung der Münchner auf fünf Punkte schrumpfen. Und: Zwei weitere Niederlagen des Tabellenführers sowie ausschließlich Siege des BVB – und der Meister würde Dortmund heißen. Bei einer Pleite in Leipzig hätte es insgesamt noch vier Bayern-Ausrutscher gebraucht.

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Dennoch bleibt das Team von Trainer Vincent Kompany natürlich der riesengroße Favorit auf die Schale. Am Samstag hat Bayern seinen ersten Meister-Matchball, mit einem Sieg in Dortmund wäre das Titelrennen gelaufen. „Es wird vielleicht das schwierigste Spiel“, sagte Kompany über den BVB, der unter der Woche noch sein Rückspiel in den Champions-League-Playoffs in Bergamo bestreiten muss: „Wir sind heiß drauf. Sie glauben, dass sie gegen uns etwas holen können. Wir glauben das Gleiche. Das ist ein Topspiel.“ Oh ja!
Kompanys Respekt vor dem Topspiel
Doch wenn es mit einem Sieg klappen soll, muss Bayern konzentrierter auftreten als gegen Frankfurt. Kompanys Team führte nach Toren von Aleksandar Pavlovic und zweimal Harry Kane schon 3:0, durch individuelle Fehler wurde die Eintracht aber zurück ins Spiel geholt. Am Ende wurde um den 3:2-Erfolg gezittert. „Wir haben uns selbst ein bisschen aus dem Spiel gespielt“, kritisierte Kompany: „Frankfurt hat es am Ende richtig gut gemacht. Aber eine lange Zeit waren wir sehr dominant und haben sehr viel richtig gemacht. Wir müssen daraus lernen und sind in einer perfekten Lage für das nächste Spiel.“

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Das wird nötig sein gegen einen angriffslustigen BVB von Trainer Niko Kovac. Auch wenn die Münchner das Positive in den Vordergrund rückten. „Wir haben unsere Aufgabe erledigt, wir haben gewonnen“, sagte Sportvorstand Max Eberl. „Das darf nicht ganz untergehen. Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen für das Spiel in Dortmund.“ Allerdings wirkt Bayern schon seit Wochen nicht mehr so kraftvoll und konzentriert wie im Herbst, der Kader stößt an seine Grenzen.
Bayerns Kraftprobleme
Ärgerlich ist für Kompany zudem, dass Alphonso Davies mit einem Muskelfaserriss erneut wochenlang ausfällt. Immerhin: Bei den angeschlagenen Manuel Neuer und Konrad Laimer gibt es Hoffnung. Dass beide Stammkräfte in Dortmund spielen können, sei „nicht ausgeschlossen“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Neuer und Laimer würden den FC Bayern stabilisieren. Es wäre auch nötig.
