Mehr als nur Geschäftsmodell: Kampfdrohnen-Milliardär will Spielekonsolen aus den 90ern revolutionieren

Mehr als nur GeschäftsmodellKampfdrohnen-Milliardär will Spielekonsolen aus den 90ern revolutionieren

15.03.2026, 06:04 Uhr

imageVon Jannik Tillar

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Luckey ist im Silicon Valley eine prominente Figur. Mit gerade einmal 21 Jahren verkaufte er seine Virtual-Reality-Firma Oculus für zwei Milliarden Dollar an die Facebook-Mutter Meta. (Foto: picture alliance / empics)

Das US-Startup von Palmer Luckey baut Drohnen und autonome Waffensysteme für das Pentagon. Doch das Herz des 33-Jährigen schlägt auch für die Gaming-Welt der 90er Jahre. Hinter den Kulissen soll er bei Investoren über eine Finanzierung zu einer Bewertung von rund einer Milliarde US-Dollar werben.

Palmer Luckey verdient sein Geld normalerweise mit Drohnen für das US-Militär. Doch jetzt versucht der Gründer des Rüstungsunternehmens Anduril, Investoren für ein deutlich friedlicheres Projekt zu begeistern: eine Neuauflage klassischer Spielekonsolen aus den 1990er Jahren.

Wie die britische „Financial Times“ berichtet, wolle sein Startup Modretro moderne Versionen ikonischer Gaming-Konsolen entwickeln – etwa der Nintendo 64 und des Game Boys. Hinter den Kulissen wirbt Luckey derzeit um Kapital. Insidern zufolge spricht er mit Investoren über eine Finanzierung zu einer Bewertung von rund einer Milliarde US-Dollar. Die Idee: Retro-Hardware, technisch modernisiert, aber mit möglichst viel Nostalgie.

Das erste Produkt hat Modretro dabei schon vorgestellt. 2024 brachte das Unternehmen das Gerät „Chromatic“ auf den Markt – eine Hommage an Nintendos legendären Game Boy. Zum Lieferumfang gehört ein Klassiker: das Puzzle-Spiel Tetris.

Für Luckey ist das Projekt mehr als nur ein Geschäftsmodell. In einem Blogpost schrieb er 2025, er arbeite „seit fast 17 Jahren immer wieder daran, das ultimative, vom Game Boy inspirierte Gerät zu bauen“. Das neue Gerät sei seine persönliche Widmung an „Form, technische Exzellenz und kulturellen Einfluss“ der Handheld-Konsole.

Luckey ist im Silicon Valley eine prominente Figur. Mit gerade einmal 21 Jahren verkaufte er seine Virtual-Reality-Firma Oculus für zwei Miliarden Dollar an Facebook-Mutter Meta, die ihre VR-Brillen auch heute noch mithilfe der Oculus-Technologie herstellt.

2017 gründete er dann Anduril – ein Rüstungstechnologieunternehmen, das Drohnen und autonome Waffensysteme für die USA und ihre Verbündeten entwickelt. Der Name stammt aus dem Buch „Der Herr der Ringe“ – Andúril ist dort das Schwert des Königs. Das Geschäft läuft hervorragend. Anduril profitiert vom weltweiten Boom bei Verteidigungstechnologie und strebt in einer neuen Finanzierungsrunde nach einer Bewertung von mehr als 60 Milliarden Dollar, wie die „Financial Times“ weiter schreibt.

Zu den neuen Retro-Plänen wollten Palmer Luckey und Modretro sich hingegen nicht äußern.

Dieser Text ist zuerst bei Capital.de erschienen.

Quelle: ntv.de