Massive KI-Investitionen geplantGoogle-Mutter Alphabet übertrifft Markterwartungen
05.02.2026, 04:18 Uhr
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Während an den Börsen der Ausverkauf von Tech-Titeln weitergeht, legt Google-Mutter Alphabet glänzende Umsatz- und Gewinnzahlen vor. Weil der Konzern unerwartet massiv in KI investieren will, geht der Aktienkurs auf Achterbahnfahrt.
Im Rennen um die technologische Führung bei Künstlicher Intelligenz (KI) verstärkt Alphabet seine Bemühungen. Die Google-Mutter kündigte am Abend eine Verdoppelung der Investitionen in neue Rechenzentren auf 175 bis 185 Milliarden Dollar an. Das sind etwa 50 Prozent mehr als von Analysten erwartet. Die höheren Ausgaben dienten dazu, die hohe Nachfrage zu bedienen und weitere Wachstumschancen zu nutzen, erläuterte Konzernchef Sundar Pichai. „KI treibt den Umsatz in allen Bereichen.“
Im abgelaufenen Quartal legte die Cloud-Sparte überdurchschnittlich zu. Ihre Einnahmen stiegen um knapp 50 Prozent auf 17,66 Milliarden Dollar. „Das ist deutlich mehr als erwartet“, sagte Analyst Gil Luria vom Research-Haus D.A. Davidson. „Wichtiger ist dabei, dass Google Cloud erstmals seit Jahren stärker gewachsen ist als Microsoft Azure.“ Diese Sparte hatte 39 Prozent zugelegt.
Umsatzsprung übertrifft Erwartungen
„Das beschleunigte Wachstum bei Google Cloud scheint die zusätzlichen Investitionen zu rechtfertigen“, fügte Luria hinzu. Anleger waren jedoch hin- und hergerissen. Alphabet-Aktien gingen als Reaktion auf die Zahlen auf eine Achterbahnfahrt und notierten zuletzt etwa 2,5 Prozent im Minus. An der Wall Street hielt zur Wochenmitte der Ausverkauf von Tech-Werten den zweiten Tag in Folge an.
Der Konzernumsatz von Alphabet stieg im abgelaufenen Quartal weiteren Angaben zufolge währungsbereinigt um 17 Prozent auf 113,83 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte doppelt so stark auf 2,82 Dollar je Aktie zu. Damit übertraf der US-Konzern die Markterwartungen ebenfalls.
Als ein Grund für das kräftige Wachstum gilt die positive Resonanz auf die im November vorgestellte dritte Generation der KI „Gemini“. Sam Altman, der Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, soll daraufhin intern „Alarmstufe Rot“ ausgerufen haben. Wenige Wochen später präsentierte er mit ChatGPT 5.2 eine verbesserte Version seiner Software. Gemini zähle inzwischen 750 Millionen monatlich aktive Nutzer, sagte Alphabet-Chef Pichai weiter. Darüber hinaus soll eine verbesserte Version der digitalen Apple-Assistentin „Siri“ auf dieser Technologie aufbauen.
