Von Japan kann Deutschland lernen, wie man unabhängiger wird von chinesischer Rohstofferpressung. Masato Sagawa, dessen Magnet in Smartphones wie Drohnen steckt, macht es vor.
© Kosuke Arakawa
In einem Laborraum der Universität Kyoto geschieht Geheimnisvolles. Spulen rotieren, Ventile zischen, ein Mann mit elegant ergrautem Haar starrt durch die Glasscheibe in eine sauerstofffreie Experimentierkammer. Masato Sagawa hat hier Großes vor. Mal wieder. Wenn alles nach Plan geht, könnte ihm eine Befreiung gelingen: Die globale Industrie wäre dann nicht mehr ganz so abhängig von Chinas Rohstoffmonopolen.
Sagawa ist 82 Jahre alt und arbeitet nicht zum ersten Mal an einer Erfindung, die Industriegeschichte schreiben könnte. Anfang der 1980er-Jahre meldete er das weltweit erste Patent für einen neuartigen Magnetstoff an, eine Metalllegierung aus drei Komponenten: Neodym, Eisen und Bor, chemisches Kürzel NdFeB.
