

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado
im Weißen Haus empfangen, um über die politische Zukunft Venezuelas zu beraten. Im Anschluss sagte Machado, sie habe dem Präsidenten ihre Medaille des Friedensnobelpreises überreicht. Dies sei in Anerkennung seines Engagements für die Freiheit des venezolanischen Volkes geschehen. Fragen von Journalisten, ob Trump die Auszeichnung angenommen habe, ließ sie jedoch unbeantwortet.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte jedoch noch während des Treffens mit, Trump bleibe bei seiner Einschätzung, dass Machado kurzfristig nicht die nötige Unterstützung habe, um das Land
zu führen. Trump hatte zuvor bereits Zweifel an Machados Rückhalt geäußert und die Übergangspräsidentin des Landes, Delcy Rodriguez, gelobt. Der US-Präsident hat erklärt, sein Fokus liege auf dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Venezuelas und der Sicherung des US-Zugangs zum Öl des Landes.
Laut Machado soll Unterdrückung in Venezuela nicht anders als zuvor sein
Nach dem Treffen im Weißen Haus sprach Machado mit einer überparteilichen Gruppe von mehr als einem Dutzend Senatoren. Dort fand sie offenbar mehr Unterstützung. Der demokratische Senator Chris Murphy sagte, Machado habe berichtet, die Unterdrückung in Venezuela sei unter der neuen Führung nicht anders als zuvor unter Maduro. Murphy bezeichnete Übergangspräsidentin Rodriguez als gewiefte Akteurin, die ihre Macht dank Trumps Unterstützung täglich festige. Er sei skeptisch, ob es zu Wahlen kommen werde.
Hintergrund der Gespräche ist die Lage in dem südamerikanischen Land nach der Festnahme des langjährigen Machthabers Nicolas Maduro durch US-Spezialkräfte Anfang Januar. Machado, die im Dezember aus Venezuela geflohen war, hatte den Friedensnobelpreis im vergangenen Monat erhalten. Ein regierungstreues Gericht hatte sie von der Präsidentschaftswahl 2024 ausgeschlossen. Nach der Wahl erklärte sich Maduro zum Sieger, obwohl unabhängige Beobachter von einem deutlichen Sieg des von Machado unterstützten Oppositionskandidaten Edmundo Gonzalez ausgehen. Übergangspräsidentin Rodriguez kündigte unterdessen in Venezuela an, sie werde Reformen für die Ölindustrie des Landes vorschlagen.
