María Corina Machado nimmt Friedensnobelpreis nicht selbst entgegen

Nach Drohungen der autoritären Führung ihres Landes wird die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado aus Venezuela nicht an der Preisverleihung in Oslo teilnehmen. Sie sei nicht in Norwegen und werde auch nicht bei der Preiszeremonie auf der Bühne stehen, sagte der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Kristian Berg Harpviken, dem Rundfunksender NRK.

Machados frühere Wahkampfleiterin Magalli Meda schloss schon vor einigen Tagen aus, dass die 58 Jahre alte Machado im Exil bleiben könnte. Dies sei „vollkommen ausgeschlossen“, sagte Meda in einem Online-Video. „Das ist, als würde man einer Mutter sagen, dass sie aufhören soll, ihre Kinder zu lieben“, sagte Meda. Machado werde „tun, was sie tun muss“ und sei sich „sehr bewusst, dass ihre Stärke vom Vertrauen kommt, das ihr das Land gegeben hat“.

Machado soll mit dem Nobelpreis als „eines der ungewöhnlichsten Beispiele für Zivilcourage in Lateinamerika in der jüngsten Zeit“ gewürdigt werden. Sie lebt, da ihr Leben bedroht wird, im Untergrund.

Der venezolanische Generalstaatsanwalt Tarek William Saab hatte im November gedroht, er werde Machado im Falle ihrer Teilnahme an der Nobelpreisverleihung als „flüchtig“ betrachten. Er begründete dies damit, dass gegen die Oppositionelle zahlreiche strafrechtliche Ermittlungen wegen „Verschwörung, Aufstachelung zum Hass und Terrorismus“ liefen. Zudem werde gegen sie wegen ihrer Unterstützung für den Einsatz von US-Streitkräften in der Karibik ermittelt.