
Der US-Präsident Donald Trump war von seinen Forderungen, Grönland in Besitz zu nehmen, zuletzt wieder abgerückt. Um ihn zu beruhigen, soll es nun Nato-Missionen in der Arktis geben. Informationen dazu werden konkreter.
Nach Informationen, die dem „Spiegel“ vorliegen, hat die Nato konkrete militärische Planungen für eine Mission zum Schutz der Arktisregion rund um Grönland aufgenommen. Der Oberbefehlshaber der Nato, US-General Alexus G. Grynkewich, hat den Start detaillierter Vorbereitungen für die Mission mit dem Namen „Arctic Sentry“ angeordnet.
Die Idee für das Manöver entstand aus dem Wunsch, US-Präsident Donald Trump zu besänftigen. Dieser hatte innerhalb des Nato-Bündnisses zuletzt für viel Unruhe gesorgt, als er mehrfach gefordert hatte, die Insel Grönland zu einem Teil der USA zu machen. Unlängst war er von diesem Vorhaben wieder abgerückt.
Erster Operationsplan vielleicht schon kommende Woche
Bereits in der kommenden Woche könnten die Verteidigungsminister der Nato-Staaten in Brüssel über einen ersten Entwurf eines Operationsplans beraten. Ein Sprecher des Nato-Kommandos bestätigte auf Anfrage des „Spiegel“, dass Planungen für sogenannte verstärkte Wachsamkeitsaktivitäten in der Arktis angelaufen seien. Zu konkreten Inhalten äußerte er sich nicht.
Ziel der Mission ist es demnach, die militärische Präsenz des Bündnisses in der strategisch wichtigen Arktisregion zu verstärken. Nach bisherigen Überlegungen könnten regelmäßige Manöver von Nato-Kriegsschiffen, eine intensivere Luftraumüberwachung durch Kampfflugzeuge sowie zeitlich begrenzte Übungen kleinerer Bodentruppen auf Grönland vorgesehen sein.
So soll die Initiative den wiederholten Forderungen von US-Präsident Donald Trump gerecht werden, der sich eine stärkere militärische Absicherung Grönlands wünscht. Trump hatte zuletzt erklärt, die USA müssten notfalls selbst Verantwortung für die Sicherheit der Region übernehmen und zugleich die Nato für ihr aus seiner Sicht unzureichendes Engagement kritisiert.
Nach Angaben aus Bündniskreisen wurde ein Durchbruch bei den Planungen nach Gesprächen zwischen Nato-Generalsekretär Mark Rutte und Trump erzielt. Auch Deutschland hat eine Beteiligung an einer möglichen Mission grundsätzlich zugesagt.
jf
