
Stand: 02.03.2026 05:00 Uhr
Wenn im Winter die Wäsche in der Wohnung trocknet, steigt mit der Luftfeuchtigkeit das Schimmelrisiko. Raumluftentfeuchter können Abhilfe schaffen und eine praktische Alternative zum Trockner sein.
In vielen Wohnungen ist der Wäscheständer Alltag, ganz besonders in der kalten Jahreszeit. Ein Wäschetrockner würde den Trockenvorgang beschleunigen, kommt für viele jedoch aus Kosten- oder platzgründen nicht in Frage.
Schimmelrisiko durch trocknende Wäsche
Mit der trocknenden Wäsche steigt die relative Feuchtigkeit in der Wohnung schnell von 50 auf 70 Prozent an. Ideal ist ein Wert von 40 bis 60 Prozent. Liegt der Wert dauerhaft über 60 Prozent, kann die Feuchtigkeit zu Problemen führen und zum Beispiel in Bauteile wandern. Bei einer Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent ist Schimmel kaum noch vermeidbar.
Luftentfeuchter mit Wäschetrockenfunktion
Ein Raumluftentfeuchter leistet bei zu hoher Luftfeuchtigkeit gute Dienste. Oft kommen die Geräte nach einem Wasserschaden oder im feuchten Keller zum Einsatz. Doch auch feuchte Wäsche lässt sich damit trocknen, sogar besonders schonend. Viele Geräte haben sogar eine eigene Wäschetrockenfunktion.
Bausachverständiger Karl-Heinz Rosenkranz erläutert die Vorteile: „Mit einem Luftentfeuchter kann ich sehr gut kontrollieren, dass ich nicht in einen Bereich übermäßiger Schimmelbelastung oder übertriebener Feuchtigkeit im Raum komme. Das Gerät arbeitet die Feuchtigkeitsspitzen ab und kontrolliert den Feuchtigkeitsüberschuss, den ich über das Wäschetrocknen in den Raum bringe.“
Wie funktioniert ein Luftentfeuchter?
Kondensations-Luftentfeuchter sind die beste Wahl für beheizte Wohnräume. Sie funktionieren nach einem relativ einfachen Prinzip: Das Gerät saugt feuchte Luft an und leitet sie über einen kalten Wärmetauscher, sodass Wasser kondensiert und in einem Behälter aufgefangen wird. Die trockene Luft wird wieder erwärmt und zurück in den Raum geleitet.
Eine Alternative zum klassischen Wäschetrockner?
Luftentfeuchter sind deutlich günstiger in der Anschaffung als moderne Wäschetrockner mit Wärmepumpe. Während ein Wäschetrockner etwa 500 bis 1.000 Euro kostet, bekommt man einen guten Luftentfeuchter ab 200 Euro. Auch der Betrieb ist günstiger. Während eine Ladung Wäsche im Trockner etwa 50 Cent kostet, trocknet ein hochwertiger Luftentfeuchter sie für weniger als die Hälfte. Nebenbei filtert er Staub aus der Luft, was die Luftqualität verbessern kann.
Ihre kompakte Größe macht Luftentfeuchter auch für kleinere Wohnungen zu einer praktischen Lösung. Dabei sollte man jedoch beachten, dass die meisten Geräte mit etwas Abstand zu Wand und Möbeln stehen müssen, damit die Luft zirkulieren kann. Außerdem funktionieren sie nur bei einer Raumtemperatur von 20 bis 25 Grad Celsius zuverlässig. Unter 15 Grad, etwas im kühlen Keller, trocknen sie nicht mehr effizient.
Worauf achten beim Kauf eines Luftentfeuchters?
- Raumgröße und Gerät müssen zusammen passen. Deshalb: Vorher die Raumgröße berechnen. Für größere Räume sollte der Auffangbehälter 15-20 Liter Wasser aufnehmen können. Faustformel nach Stiftung Warentest: Ist der Behälter schneller als nach einem Tag voll, ist das Gerät zu klein für den Raum und sollte ergänzt oder ersetzt werden.
- Zielfeuchtigkeit: Der Wert sollte sich möglichst präzise einstellen lassen, also zum Beispiel 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit im Raum.
- Der durchschnittliche Stromverbrauch sollte im Betrieb bei unter 200 Watt liegen.
- Lautstärke: Sehr leise Geräte kommen auf 30 Dezibel, was für Wohnräume in Ordnung ist.
Die Pflege eines Luftentfeuchters ist recht unkompliziert: Der Wasserbehälter sollte regelmäßig geleert werden. Da das Wasser auch Staub und CO2 aus der Luft filtert, sollte es entsorgt werden, auch wenn es sauber aussieht. Auch der Filter sollte regelmäßig gereinigt werden, damit das Gerät effizient arbeiten kann.







