Der Kunstraub aus dem Pariser Louvre vom 19. Oktober 2025 bebte durch die Presse, die internationale Museumswelt und die Unterhaltungsmedien. Französische Kronjuwelen mitsamt ihren 8.708 Diamanten, 34 Saphiren, 38 Smaragden und 212 Perlen hatten die Täter aus der Galerie d’Apollon des Museums entwendet.
Wie sie sich mit einem mobilen Möbelaufzug durch ein Fenster in das Innere des ehemaligen Königsschlosses manövrierten und vor den Augen des verblüfften Sicherheitspersonals die Glasvitrinen mit einem Trennschleifer zerschnitten, um daraus die royalen Schmuckstücke zu entwenden, war schnell, dreist und filmreif. Doch nicht perfekt: Die mutmaßlichen Täter konnten gefasst werden. Die acht geraubten Schmuckstücke mit einem geschätzten Wert von 88 Millionen Euro jedoch bleiben verschwunden.
Medial hat der Louvre-Raub derweil ein eigenes Nachleben. Die Firma Böcker, Herstellerin des besagten Möbelaufzugs, nutzte ihn für die eigene Werbung: Der Aufzug transportiere „bis zu 400 Kilo schwere Schätze mit 42 Metern pro Minute – flüsterleise“, hieß es kürzlich in ihrer Anzeige. Oder die Frankfurter Vitrinen-Firma Hahn bekundete in der „Hessenschau“, dass ihre Glasvitrinen der Trennschleifer-Attacke standgehalten hätten, Hahn hat auch das Grand Egyptian Museum in Gizeh beliefert.
Gestohlenes Diadem bei Haute-Couture-Schau
Auf bestechend schöne Weise, wie es sein Job ist, meldete sich dazu der Chefdesigner des Modehauses Maison Schiaparelli, Daniel Roseberry. Dieser wandelt gerne mal für Schlagzeilen sorgende Nachrichten oder Massenkulturphänomene in luxuriöse Designs um. Für seine Haute-Couture-Show Ende Januar in Paris ließ Roseberry die US-Schauspielerin und Musikerin Teyana Taylor mit einer fulminanten Kette und einem Diadem auftreten, das dem geraubten Stück der Kaiserin Eugénie ähnelte.
Von einer entwendeten Krone jener Kaiserin Eugénies, die wieder aufgefunden wurde, handeln auch die neuesten Informationen rund um den Louvre-Raub. Eugénie de Montijo, eigentlich María Eugenia Ignacia Agustina de Palafox Portocarrero de Guzmán y Kirkpatrick, Gemahlin von Napoleon III. und von 1853 bis 1870 Kaiserin der Franzosen, war die letzte Monarchin Frankreichs.
Ihre recht pompöse Krone im Second-Empire-Style wurde gegen 1855 bei dem Juwelier Alxeandre-Gabriel Lemonnier in Auftag gegeben. Die Diebe hatten sie am 19. Oktober nahe dem Louvre fallen gelassen. Durch die schwere Gewalteinwirkung war sie stark verformt. Trotzdem sollen entstandene Schäden jetzt komplett restauriert werden können.
Alle 56 Smaragde sind erhalten, und von den mehr als 1.300 Diamanten fehlen nur wenige. Nur einer von acht goldenen Adlern sei abhandengekommen. An der Wiederherstellung der geschädigten Krone sollen nun die bedeutendsten Juweliere Frankreich beteiligt werden. Eine gute Wendung, pour l’instant.
