Louvre: Ermittler decken Ticketbetrug in Millionenhöhe am Pariser Louvre auf

Die französische Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf Ticketbetrug im großen Stil im Pariser Louvre. Der Schaden für das weltberühmte Museum liege schätzungsweise bei über zehn Millionen Euro, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Neun Menschen wurden demnach festgenommen, darunter zwei Angestellte des Louvre und mehrere Touristenführer. Die Ermittlungen gehen auf einen Hinweis des Museums aus dem Dezember 2024 zurück.

Das Museum hatte bei der Polizei Alarm geschlagen, weil es die Existenz eines Netzwerks vermutete, das einen großangelegten Betrug organisiert. Die Betrüger sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gruppenführungen organisiert haben, die die zulässige Höchstzahl von Personen überschritten, und für die zusätzlichen Teilnehmer überhöhte Preise berechnet haben – außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs und zum eigenen Profit. Auch sollen sie Tickets mehrfach verwendet haben. Chinesische Touristengruppen sollen etwa mit bereits zuvor gebrauchten Eintrittskarten in den Louvre geschleust worden seien. Daraufhin sei beobachtet worden, dass Touristenguides Museumswärtern Bargeld in die Hand drückten, damit diese auf Kontrollen verzichteten. 

Auch Museum am Schloss von Versailles betroffen

Im Juni des vergangenen Jahres seien Ermittlungen unter anderem wegen bandenmäßigen Betrugs, Geldwäsche und Bestechung eingeleitet worden. Um den mutmaßlichen Betrügerring zu überführen, setzten die Fahnder auf Überwachungsmaßnahmen und Abhöraktionen, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Neben den Festnahmen wurde bei Razzien mehr als 957.000 Euro in bar beschlagnahmt, darunter 67.000 Euro in ausländischer Währung, sowie 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten. Auch das Museum am Schloss von Versailles sei von dem Ticketbetrug betroffen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Louvre hatte 2025 ein Jahr voller Pleiten und Pannen erlebt und Kritik und Spott auf sich gezogen. Im Oktober hatten vier Männer mit schlichten Mitteln – einem Lastenaufzug und Trennschleifern – einen Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen. Zudem wurde ein größerer Wasserschaden bekannt, bei dem 400 historische Dokumente beschädigt wurden. In den vergangenen Monaten wurde das Museum zudem mehrfach bestreikt. Die Gewerkschaften fordern unter anderem mehr Wachpersonal und das Angehen überfälliger Renovierungsarbeiten.

Der Louvre ist das meistbesuchte Museum in Frankreich. Im Jahr 2024 waren rund 8,7 Millionen Besucher dort.