London: Polizei hat 2025 weniger Tötungsdelikte erfasst


Die Londoner Polizei hat nach dem Jahreswechsel eilig erste Zahlen zur Kriminalstatistik veröffentlicht, denn sie kann Erfolge melden: Die Zahl der Tötungsdelikte ist 2025 in der britischen Hauptstadt deutlich gesunken. Es wurden 97 Fälle von Mord und Totschlag gemeldet, so wenig wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Londoner Polizeipräsident Mark Rowley zeigte sich vor allem froh über die drastisch gefallene Zahl getöteter Teenager. Vor vier Jahren waren vor allem durch den Einsatz von Messern und anderen Stichwaffen in London noch 41 Jugendliche zu Tode gekommen, 2025 sank diese Zahl auf acht Fälle.

Neben dem Chef von Scotland Yard hat auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan die neuen Zahlen mit Freude verkündet. Khan ist in den vergangenen Monaten mehrfach vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump verunglimpft worden, der ihn als „schrecklichen, schrecklichen Bürgermeister“ bezeichnet und nicht nur behauptet hatte, Khan wolle in London das muslimische Scharia-Rechtssystem einführen, sondern auch die Behauptung aufgestellt hatte, „die Kriminalität geht in London durch die Decke“. Mit den Zahlen der jüngsten Statistik wollen Khan und Rowley nun das Gegenteil belegen.

1,1 Tötungsdelikte je 100.000 Einwohner

Rowley gab an, der Vergleich von Tötungsdelikten eigne sich gut als Maßstab für das Kriminalitätsaufkommen, weil der Tatbestand überall gleichen Kriterien folge. Während in London 2025 1,1 derartige Taten je 100.000 Einwohner vermerkt wurden, seien es in Paris und Mailand 1,6 Taten und in Brüssel 2,9 Taten gewesen; in Berlin habe die Rate noch höher gelegen.

Die amtliche Kriminalstatistik weist für Berlin allerdings im Jahr 2024 insgesamt 53 Tötungsdelikte aus, was bei einer Zahl von knapp 3,8 Millionen Einwohnern eine Tötungsrate von 1,4 je 100.000 ergäbe. Der Polizeipräsident führte auch die Menge der Kapitalverbrechen in den Vereinigten Staaten an und sagte, dieser Vergleich wirke noch drastischer: Die Rate liege in New York bei 2,8, in Los Angeles bei 5,6 und in Chicago bei 11,7 Fällen je 100.000 Einwohner.

Deutlich mehr Schusswaffen eingezogen

Die sinkende Zahl an Kapitalverbrechen korrespondiert mit einer steigenden Zahl beschlagnahmter Waffen. Im abgelaufenen Jahr weist die Statistik 676 eingezogene Schusswaffen und 2894 eingezogene Messer aus; ein Anstieg um knapp 75 Prozent gemessen am Vorjahr. Scotland Yard erhebt auch Zahlen zur Wirksamkeit dieser Beschlagnahmungen: Die Zahl der Fälle von illegalem Schusswaffengebrauch sei um ein Drittel auf 120 gesunken; die Zahl der Einlieferungen akuter Stichwunden in den Notaufnahmen Londoner Krankenhäuser habe sich um knapp 30 Prozent vermindert.

Das Fazit des Bürgermeisters und seines Polizeipräsidenten lautet, London sei „ein sicherer Ort“ zum Leben, Arbeiten und für Besuche. Rowley kündigte an, Scotland Yard setze auf den verstärkten Einsatz neuer technischer Mittel, um das Sicherheitsempfinden in der Stadt weiter zu stärken. Dazu zähle die Verwendung von Aufklärungsdrohnen und der automatischen Gesichtserkennung bei Zufallsfahndungen nach Verdächtigen.

Bislang habe die Londoner Polizei viermal wöchentlich die Erkennungskameras an belebten Orten der Innenstadt oder an anderen frequentierten Plätzen, etwa vor Sportarenen, aufgestellt, künftig wolle sie zehn Einsätze je Woche absolvieren. Rowley beteuerte, nach Umfragen hießen 85 Prozent der Londoner diese Fahndungsmethode gut. Im Durchschnitt gingen der Polizei dabei binnen zwei Stunden zehn bis 15 Gesuchte ins Netz, gegen die entweder Haftbefehle vorlägen oder die gegen gerichtliche Auflagen verstießen. Der Einsatz von Drohnen wiederum soll dazu dienen, Tatorte aufzuklären oder Verdächtige zu verfolgen; Rowley sagte, Drohnen könnten meist binnen 90 Sekunden einen Tatort erreichen, fast immer schneller als ein Streifenwagen; sie würden auch mit leuchtenden Blaulichtern ausgerüstet.