
Neun Medaillenentscheidungen stehen an diesem Sonntag auf dem Programm. Gute Chancen auf Edelmetall gibt es aus deutscher Sicht im Skeleton. Außerdem: Die Lust ist groß, der Kondom-Engpass wird behoben. Alle News im Olympia-Ticker.
Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die Medaillen. Bleiben Sie mit dem WELT-Liveticker stets auf dem Laufenden über alles Wissenswerte zum heutigen Olympia-Tag:
8.22 Uhr: Es gibt wieder Gratis-Präservative
Die Organisatoren haben Nachschub bei den Gratis-Kondomen für die Athletinnen und Athleten versprochen. „Wir können bestätigen, dass die Versorgung mit Kondomen in den olympischen Dörfern zeitweise aufgebraucht war, weil die Nachfrage höher als erwartet war“, teilte das Organisationskomitee mit. Nachschub sei unterwegs und werde bis Montag verteilt. Ein Bericht, dass die Kondome in den olympischen Dörfern ausgegangen seien, hatte nicht nur für Gesprächsstoff bei den Athletinnen und Athleten gesorgt.
„Das Klischee ist, dass der Valentinstag im olympischen Dorf im vollen Gange ist“, sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Wochenende mit einem Augenzwinkern: „10.000 wurden benutzt, 2.800 Athleten – man kann es sich ausrechnen.“ Nun haben die italienischen Organisatoren auf den Kondom-Engpass reagiert. „Sie werden kontinuierlich bis zum Ende der Spiele aufgefüllt, um sicherzustellen, dass immer welche verfügbar sind“, teilte das Ok weiter mit. Die Winterspiele enden am 22. Februar.
7.30 Uhr: Olympia-Halbzeit – besonders im Eiskanal ist die Chance groß
Neun Medaillenentscheidungen stehen an diesem Sonntag auf dem Programm. Gute Chancen auf Edelmetall gibt es im Skeleton. Zudem stehen zwei Superstars im Blickpunkt.
11.15 Uhr und 14.45 Uhr: Im Biathlon stehen die Verfolgungsrennen an. Bei den Männern könnte der französische Sprint-Olympiasieger Quentin Fillon Maillet erneut zuschlagen. Philipp Horn hat als Zehnter als einziger Deutscher eine realistische Chance auf eine Topplatzierung. Im Jagdrennen der Frauen nimmt Franziska Preuß danach erneut Anlauf auf eine Einzelmedaille – hat als Siebte aber schon Rückstand auf die Topfavoritinnen aus Frankreich.
12.00 Uhr: Norwegens Superstar Johannes Hoesflot Klaebo will sein viertes Langlauf-Gold in Italien holen. Schafft er das mit dem Team, ist er mit dann neun Olympiasiegen Rekordsieger bei Winterspielen.
18.00 Uhr: Im ersten olympischen Skeleton-Teamwettbewerb zählt die deutsche Mannschaft zu den Favoriten. Es wird wohl ein Vierer-Duell mit Großbritannien um Einzel-Olympiasieger Matt Weston, den USA und Italien.
20.00 Uhr: Auf der Kleinschanze war Selina Freitag als beste Deutsche Siebte. Auf der großen Schanze wollen Freitag, Agnes Reisch, Katharina Schmid und Juliane Seyfarth nun besser performen. Favoritinnen sind Anna Odine Stroem (Norwegen), Nika Prevc (Slowenien) und Nozomi Maruyama (Japan).
21.10 Uhr: Auf die deutsche Eishockey-Mannschaft um NHL-Star Leon Draisaitl wartet eine besonders schwere Aufgabe, gegen die hoch gehandelten US-Amerikaner ist das Team nur Außenseiter.
Die restlichen Entscheidungen des Tages
Ski Freestyle 11.48 Uhr: Parallel-Buckelpiste, Männer
Ski alpin 13.30 Uhr: Riesenslalom, Frauen, 2. Lauf
Snowboard 14.35 Uhr: Snowboard Cross, Mixed-Team
Eisschnelllauf 16.00 Uhr: 500 m, Frauen
22.05 Uhr: Mohr verpasst Big-Air-Finale
Ski-Freestylerin Muriel Mohr hat acht Tage nach einem Eingriff am Knie das Big-Air-Finale verpasst. Die einzige deutsche Starterin landete in der Qualifikation mit 138,50 Punkten auf dem 15. Platz. Allerdings hätte sie mindestens Zwölfte werden müssen, um am Montag (19.30 Uhr) um die Medaillen kämpfen zu dürfen. „Dass ich hier überhaupt starten durfte, das ist unglaublich und ist nicht selbstverständlich“, sagte Mohr. „Ich bin extrem stolz. Letztendlich habe ich mir meinen Traum erfüllt, hier am Start stehen zu können.“
Mohr stürzte im zweiten Versuch und schaffte es wegen technischer Abzüge im entscheidenden dritten Run nicht, sich doch noch zu qualifizieren.
21.35 Uhr: Italien kassiert historische Pleite
Italien hat die höchste Niederlage in einem olympischen Eishockey-Turnier seit 38 Jahren kassiert. Gegen Finnland verlor der Gastgeber mit 0:11 (0:3, 0:3, 0:5). Einen Sieg mit elf Toren Unterschied gab es zuletzt bei den Spielen in Calgary 1988 (Schweden – Frankreich 13:2). Den letzten zweistelligen Sieg feierte die Slowakei in Lillehammer 1994 (10:4 gegen Italien). Italien schließt die Gruppe B als Gruppenletzter ab, Finnland hinter der Slowakei als Zweiter.
20.35 Uhr: Deutsche Skispringer chancenlos
Philipp Raimund hat die erhoffte Medaille von der Großschanze deutlich verfehlt. Der Olympiasieger auf der Normalschanze sprang diesmal auf den neunten Platz. Damit war er der beste Deutsche. Die Goldmedaille gewann der favorisierte Slowene Domen Prevc. Er sprang im zweiten Durchgang auf 141,5 Meter und fing den nach dem ersten Durchgang führenden Ren Nikaido noch ab. Der Japaner gewann Silber, Bronze sicherte sich der Pole Kacper Tomasiak.
Raimund, der 131 und 136 Meter weit sprang, hat am Montag noch eine weitere Edelmetall-Chance. Dann steht die Entscheidung im Super Team an. Als zweitbester Deutscher landete Andreas Wellinger auf dem 15. Platz. Pius Paschke wurde 24., Felix Hoffmann sprang auf Rang 25.
20.30 Uhr: Silber und Bronze für deutsche Skeletonis
Debütantin Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer haben im Eiskanal von Cortina d’Ampezzo für die nächsten deutschen Medaillen gesorgt. Kreher raste bei der Skeleton-Entscheidung auf Platz zwei, lag nach vier Läufen 0,30 Sekunden hinter der österreichischen Olympia-Siegerin Janine Flock. Pfeifer hatte als Bronze-Gewinnerin 0,44 Sekunden Rückstand. Den langen Bericht finden Sie hier:
19.35 Uhr: Deutsche Skispringer aussichtslos zurück
Deutschlands Skispringer liegen im Wettbewerb von der Großschanze zur Halbzeit aussichtslos zurück. Bester DSV-Springer ist Normalschanzen-Olympiasieger Philipp Raimund auf Platz elf. Ihm fehlen nach einem Sprung auf 131 Meter allerdings schon 9,8 Punkte auf den Bronzerang. Ganz vorn liegt der Japaner Ren Nikaido (154 Punkte) vor Domen Prevc aus Slowenien (147 Punkte) und dem Norweger Kristofer Eriksen Sundal (145 Punkte). Die weiteren deutschen Platzierungen: Andreas Wellinger ist 16., Felix Hoffmann 25. und Pius Paschke 28.
19.06 Uhr: Eishockey-Frauen scheiden aus
Deutschlands Eishockey-Frauen haben die Sensation verpasst und sind gegen Kanada im Viertelfinale ausgeschieden. Zu viele individuelle Fehler ließen dem Team von Trainer Jeff MacLeod beim 1:5 (0:2, 0:1, 1:2) keine Chance gegen den Olympiasieger. Franziska Feldmeier von den Eisbären Berlin traf in Unterzahl zum Ehrentreffer (49. Minute) für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).
Brianne Jenner (2.), Claire Thompson (17.), Sarah Fillier (38.), Blayre Turnbull (41.) und Topstar Marie-Philip Poulin (56.) schossen die Tore für den Favoriten, der am Montag um den erneuten Einzug ins Finale spielt. Vorrunden-Topscorerin Laura Kluge von Boston Fleet aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL blieb diesmal erfolglos.
18.32 Uhr: Auch Thüringen in Spendierlaune
Die Medaillengewinner aus Thüringen um Rodel-Olympiasieger Max Langenhan können sich über einen Extra-Bonus vom Freistaat für ihre Erfolge bei den Olympischen Winterspielen freuen. Wie die Staatskanzlei in Erfurt mitteilte, zahlt Thüringen eine „Medaillen-Prämie“. Demnach erhalten Olympiasieger 20.000 Euro, Zweitplatzierte 15.000 Euro und Bronzemedaillen-Gewinner 10.000 Euro. „Leistung muss sich lohnen – unsere Athletinnen und Athleten sind starke Botschafter für Thüringen“, sagte Sportminister Stefan Gruhner (CDU).
Einen ähnlichen Vorstoß hatte es zuletzt auch schon aus Nordrhein-Westfalen gegeben. Medaillengewinnerinnen und -gewinner aus dem Bundesland erhalten zusätzlich zur Prämie der Sporthilfe ihn Höhe von 30.000 Euro (Gold), 20.000 Euro (Silber) und 10.000 Euro (Bronze) die gleichen Beträge noch einmal vom Land. Zudem hat NRW die Teilnahmeprämie für Sportlerinnen und Sportler von bislang 3500 auf 5000 Euro erhöht.
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