
Der Mond in der Traumfabrik
Das Gerücht, Neil Armstrong sei gar nicht auf dem Mond gewesen, sondern bloß auf einem Filmset, wo Stanley Kubrick eine Fake-Landung inszenierte, hält sich wahrscheinlich vorwiegend deswegen so hartnäckig, weil Träume langweiliger werden, sind sie erst mal wahr geworden. SZ-Filmkritikerin Susan Vahabzadeh beschreibt, wie sich das Verhältnis zwischen Film und Weltall seit der ersten Mondlandung entwickelt hat:
Als die Welt noch kleiner war, waren die Träume größer. Als der Mond 1969 in menschliche Reichweite rückte, war fürs Kino mit den Fantastereien über menschengleiche Männchen, die auf der Rückseite des Mondes wohnen, erst mal Schluss. Eine der Nebenwirkungen der ersten Mondlandung war eine Entzauberung des Alls: Ein neuer Realismus zog ein, und als zehn Jahre später Ridley Scotts „Alien“ ins Kino kam, sahen die Raumschiffe schon aus wie futuristische Gebrauchtwagen, bei denen der TÜV längst abgelaufen ist.
