Liveblog USA unter Trump: Umstrittener Grenzschutz-Kommandeur Bovino wird abgezogen


Trotz widersprechender Videos vom Tathergang rechtfertigen hohe Beamte der Trump-Regierung die tödlichen Schüsse auf Alex Pretti. Sie schilderten am Sonntag einen Hergang, der nicht dem entspricht, was auf Videos von dem Vorfall zu sehen ist. Gregory Bovino, Leiter der Grenzpatrouille, sagte dem Sender CNN, der US-Bürger Alex Pretti habe vor den Schüssen auf ihn versucht, eine Strafverfolgungsmaßnahme zu behindern. Er verwies zudem ​darauf, dass Pretti eine Waffe bei sich trug. Dafür hatte der 37-Jährige allerdings einen Waffenschein. Die Opfer sind Grenzschutzbeamte, sagte Bovino weiter. „Die Strafverfolgungsbehörden greifen niemanden an.“
Auch Kristi Noem, Ministerin für Innere Sicherheit, warf Pretti vor, die Beamten angegriffen, behindert und randaliert zu haben. „Wir wissen, dass er an den Tatort kam und eine Strafverfolgungsmaßnahme behindert hat, was gegen das Bundesgesetz ​verstößt“, sagte Noem dem Sender Fox News. „Das ist eine Straftat. Als er das tat, interagierte er mit den Agenten, und als sie versuchten, ihn dazu zu bringen, sich zurückzuziehen, wurde er aggressiv und widersetzte sich ihnen.“
Auf Videos vom Tatort ist Pretti mit einem Telefon in der Hand zu sehen, nicht mit einer Waffe, während er versucht, anderen Demonstranten zu helfen, die von den Beamten zu Boden gedrückt wurden. Zu Beginn der Videos ist Pretti zu sehen, ⁠wie er filmt, wie ein Bundesbeamter eine Frau wegstößt und eine andere Frau zu ​Boden schubst. Pretti stellt sich zwischen den Agenten und die Frauen und hebt dann seinen linken Arm, um sich zu schützen, als der Agent ihn mit Pfefferspray besprüht. Daraufhin ergreifen mehrere Beamte Pretti, der sich wehrt, ⁠und zwingen ihn auf Hände und Knie. Während die Beamten Pretti festhalten, ruft jemand etwas, das wie eine Warnung vor einer Waffe klingt.

Auf Videoaufnahmen ist dann zu sehen, wie einer der Beamten Pretti eine Waffe abnimmt und sich damit ‍von der ‍Gruppe entfernt. Augenblicke später zielt ein Beamter mit einer Handfeuerwaffe auf Prettis Rücken und gibt kurz hintereinander vier Schüsse auf ihn ab. Mehrere weitere Schüsse sind zu hören, als ein weiterer Beamter auf Pretti zu schießen scheint. Brian O’Hara, der Polizeichef von Minneapolis, sagte dem Sender CBS, die Videos sprächen für sich selbst. Die Darstellung der Trump-Regierung sei „zutiefst beunruhigend“.