Liveblog USA unter Trump: Epstein bot Prinz Andrew Treffen mit „schöner“ Russin an

Die vom Justizministerium am Freitag veröffentlichten Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein könnten den Bruder des britischen Königs Charles III., Andrew, weiter in Bedrängnis bringen. Den Akten zufolge schlug Epstein Andrew Mountbatten-Windsor 2010 ein Treffen mit einer Russin vor – kurz nachdem Epstein eine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte. 
Laut den Dokumenten schrieb Epstein in einer E-Mail von 2010 an Prinz Andrew, dass er eine Freundin habe, „mit der Sie vielleicht gerne zu Abend essen würden“, wenn diese vom 20. bis 24. August nach London komme. Die Frau sei „26 Jahre alt, Russin, klug und schön“. Andrew antwortete, dass er am 22. August in Genf sei, sich aber „sehr freuen würde, sie zu sehen“. 
Wochen später lud der Bruder des heutigen König Charles III. Epstein dann in den Buckingham-Palast ein. Ob das Treffen mit der Russin und der Besuch in dem Palast stattfanden, geht aus den Akten nicht hervor. 

Charles hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zu Epstein im vergangenen Jahr alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Die Australo-Amerikanerin Virginia Giuffre hatte den ehemaligen Prinzen beschuldigt, sie im Alter von siebzehn Jahren missbraucht zu haben. Andrew stritt zwar alles ab, eine Zivilklage in den Vereinigten Staaten endete jedoch in einem angeblich millionenschweren Vergleich. 
 

Die Zuordnung der teils geschwärzten Akten ist zuweilen schwierig. Weitere E-Mails legen nahe, dass es sich bei einem mysteriösen Kontakt der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell namens „The Invisible Man“ (Der unsichtbare Mann) um Andrew handeln könnte. So wird etwa ein möglicher Aufenthalt auf der Privatinsel Epsteins, Little Saint James, diskutiert, an dem der mit „A“ unterzeichnende Kontakt wegen seiner Kinder nicht teilnehmen kann.

Weitere Dokumente zeigen einen Mail-Verkehr zwischen Epstein und einer Sarah aus dem Jahr 2009. Der Inhalt legt nahe, dass es sich dabei um Andrews Ex-Frau Sarah „Fergie“ Ferguson handelt. Epstein wird darin etwa als „Legende“ und „Bruder, den ich mir immer gewünscht habe“ bezeichnet. Ferguson hatte bereits 2011 in einem Interview mit der Zeitung „Evening Standard“ zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben und die Verbindung zu dem Sexualstraftäter bedauert.