Gegen Albanien tat sich Polen sehr schwer und lag lange zurück. Doch weil der Außenseiter seine Chancen nicht nutzte, drehten Lewandowski und Co. das Spiel.
Eine Stunde lang sprach vieles für einen Sieg der Albaner, die sich zum ersten Mal für eine Fußball-WM hätten qualifizieren können: Arber Hoxha (42.) hatte sie kurz vor der Halbzeitpause in Führung gebracht. Doch dann war es wie so oft Polens Superstar Robert Lewandowski, der sein Team per Kopf zurück ins Spiel brachte (63.), bevor Piotr Zielinski mit einem Kunstschuss den Einzug ins Playoff-Finale besiegelte (73.).
Der Reihe nach: Polen kam mit viel Schwung ins Spiel und hatte in der 6. Minute die erste gute Gelegenheit: Sebastian Szymanski wurde im Strafraum in Szene gesetzt und legte zurück auf Lewandowski, der direkt abschloss. Der flache Linksschuss verpasste den Kasten nur knapp.
Außenseiter nutzt Patzer aus
Zwei Minuten später hätte der Kopfball von Jan Bednarek hingegen im Netz eingeschlagen, hätte nicht Elseid Hysaj auf der Linie klären können. Nach dieser rund zehnminütigen Druckphase der Gastgeber wurde die Partie zunehmend ruhiger und ausgeglichener. Beide Teams verteidigten kompakt, Strafraumszenen wurden Mangelware.
Für Albanien kamen Myrto Uzuni (15.) und Qazim Laci (36.) zum Abschluss, doch beide Versuche blieben genauso harmlos wie der Distanzschuss von Filip Rozga auf der Gegenseite (34.). Bis es plötzlich lichterloh brannte: Bednarek patzte nach einem langen Ball, seine Annahme sprang zu Albanien-Stürmer Hoxha und der 27-Jährige ließ sich nicht lange bitten. Erst umkurvte Hoxha den polnischen Keeper Kamil Grabara, dann schob er in Minute 42 zur Halbzeitführung ein.
Lewandowski hält WM-Hoffnung am Leben
Die erste Chance nach der Pause gehörte den Polen: Piotr Zielinski verpasste mit seinem halbhohen Schlenzer knapp (50.). Kurz darauf hatte Albanien aber die Riesenchance auf das 2:0: Hoxha, der Torschütze zum 1:0, legte nach langem Lauf quer zu Nedim Bajrami, der lange wartete und dann über das rechte Kreuzeck ballerte.
Die Bestrafung folgte auf dem Fuße: Lewandowskis Schuss wurde erst übers Tor abgefälscht, dann setzte er sich bei der anschließenden Ecke gegen Hysaj durch und köpfte in der 63. Minute zum Ausgleich ein. Insbesondere Torwart Thomas Strakosha sah dabei gar nicht gut aus, unterschätzte die Länge der Ecke und flog unter dem Ball durch.
Polen offensiv eiskalt
Albanien gab sich nicht auf und konterte mit einer Riesenchance durch zwei Einwechselspieler: Nach Pass in die Tiefe bediente Armando Broja den freistehenden Stavros Pilios, der aus zehn Metern schoss. Doch der Flachschuss war nicht platziert genug und Grabara wehrte mit dem Fuß ab.
Großer Jubel bei Polen: Der WM-Traum lebt
Die Albaner verzeichneten insgesamt ein Chancenplus und mussten doch den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Wieder bestrafte Polen die schlechte Verwertung eiskalt, diesmal durch Zielinski. Der Mittelfeldspieler hatte im Zentrum Platz und zog aus 22 Metern mit rechts ab – Traumtor! Wie ein Strahl schlug der Ball unhaltbar im linken Eck ein zum 2:1 für Polen.
Danach ging nicht mehr viel: Albanien konnte nicht, Polen wollte nicht und nahm geschickt die Minuten von der Uhr. Für die Balkanrepublik ist der WM-Traum damit ausgeträumt, während Polen am Dienstag im Playoff-Finale gegen Schweden ran darf.
