Leïla Slimani: Die letzte Generation

Was für ein schönes, großes, reiches Buch: Leïla Slimani, 1981 im marokkanischen Rabat geboren und mit 18 Jahren nach Paris gezogen, hat ihre marokkanische Trilogie abgeschlossen. Drei Generationen Hoffnungen, Lügen, Lebenslügen, Träume, Utopien, Lieben und Scheitern und Weiterleben sind an ein Ende gekommen. Trag das Feuer weiter heißt der letzte Band, der jetzt auf Deutsch erscheint. Im ersten Band, Das Land der Anderen, waren wir am Ende des Zweiten Weltkriegs mit Mathilde aus dem Elsass nach Marokko aufgebrochen, der Heimat des jungen Offiziers, in den sie sich verliebte. Der Beginn des Traums einer afrikanisch-europäischen Symbiose. Im zweiten Band, Schaut, wie wir tanzen, begleiteten wir Aïcha, die Tochter jener Liebe, bei ihren revolutionären Befreiungsträumen der 68er-Jahre in Paris und in Marokko. Und jetzt sind wir der Gegenwart nahe. Sind also in den langen Jahren des Erwachens, der Ernüchterung, des Endes aller Träume angekommen. Und Leïla Slimani hat es so lebendig, mitreißend, einfühlsam und wahrhaftig aufgeschrieben und Amelie Thoma hat es so gut übersetzt, dass wir beim Lesen tief versinken in dieser marokkanisch-französischen Familiengeschichte.