Das kann nur Gesa Krause: In ihrem siebten WM-Finale hatte die Hindernis-Läuferin keine Chance auf eine Medaille, zeigte trotz eines Sturzes im Wassergraben aber eine starke Leistung. Krause wurde mit neuer Saisonbestleistung Siebte, Lea Meyer kam als Zwölfte ins Ziel.
14 Jahre nach ihrem ersten WM-Endlauf in Daegu (Südkorea), als Krause Sechste wurde, war schon relativ schnell klar, dass sie im Jahr 2025 mit den Spitzenpositionen nichts zu tun haben wird. An der Spitze drückten die starken Afrikanerinnen schon in der ersten Runde aufs Tempo, Krause und auch Meyer verloren den Anschluss und mussten im geteilten Feld in der zweiten Gruppe ihr eigenes Rennen laufen.
Krause überholt pitschnass noch zwei Gegnerinnen
Zwei Bronzemedaillen hat Krause in ihrer tollen Karriere bereits gewonnen, nun musste sie aus der Ferne zuschauen, wie an der Spitze Faith Cherotich (Kenia), Winfred Yavi (Bahrain) und Sembo Almayew (Äthiopien) die Plätze eins bis drei unter sich ausmachten. Der Kampf um die Medaillen war auch bestimmt von mehreren Stürzen – aber den spektakulärsten Sturz legte Krause hin.
200 Meter vor dem Ziel kam die 33-Jährige während ihres Schlussspurts im Wassergraben zu Fall, nachdem sie auf dem Balken abruschte, und landete mit dem Gesicht im kühlen Nass. Die WM-Veteranin richtete sich aber auf, machte sich pitschnass auf die letzten Metern und überholte noch zwei Konkurrentinnen. Mit 9:14,27 Minuten lief sie sogar so schnell wie noch gar nicht in dieser Saison. Meyer kam rund zehn Sekunden nach ihr ins Ziel.
Krause: Zufrieden, aber „wollte keinen Bauchplatscher machen“
„Wenn man sieben Mal dabei ist, hat man sieben Mal ein anderes Szenario – so wollte ich es am Ende aber eigentlich nicht haben. Ich wollte heute nicht auf allen Vieren liegen, aber ich habe mir nichts getan“, sagte Krause im Sportschau-Interview. „Das war fehlende Konzentration, aber es hätte keinen großen Unterschied gemacht, ich hätte vielleicht noch ein paar Sekunden rausholen können. Ich wollte keinen Bauchplatscher machen, aber so habe ich auf jeden Fall wieder eine Geschichte zu erzählen.“
Und die hat ein positives Ende, zumal Krause als Siebte sogar beste Europäerin war. „Eigentlich wollte ich nicht die Verfolgergruppe anführen, aber mir haben in diesem Jahr einfach ein paar Rennen gefehlt, um mich auch selbst einschätzen zu können“, sagte Krause. „Mit etwas mehr Mut wäre mehr drin gewesen, so schlecht geht es mir nach dem Rennen auch nicht. Das ist schade, aber ich habe gehofft, dass es noch mal unter die Top 8 schaffe. So ist es eine tolle Zeit und eine tolle Erinnerung, ich bin mit Platz sieben sehr zufrieden.“
Finaleinzug war für Krause und Meyer ein Erfolg
Dass Krause überhaupt ihr siebtes WM-Finale bestritt, war schon ein Beleg für ihre Klasse als Athletin. Sie selbst sprach nach ihrem Halbfinale von einer „holprigen Saison“, die ihren Tiefpunkt erst im Juni hatte, als sie sich bei einem Sturz einen Rippenbruch zuzog. Entsprechend war der Endlauf schon ein Erfolg für sie.
Und das galt auch für Meyer, die zugab: „Bis letzte Woche wollte ich gar nicht kommen, weil ich nicht wusste, wo ich stehe.“ Es sei „gesundheitlich und vor allem auch psychisch“ zuletzt eine schwierige Zeit gewesen und sie war „super stolz, dass ich mich getraut habe, mich hier an den Start zu stellen und bin umso glücklicher, dass ich nochmal laufen darf“.

