Am Wochenende (27.02. bis 01.03.) finden in Dortmund die Deutschen Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik statt. Hier gibt es das Wichtigste zum ersten Tag mit vier Entscheidungen.
3000 Meter, Männer – Farken muss aufgeben, Bremm gewinnt
Mit Robert Farken und Frederik Ruppert war das Feld mit zwei WM-Teilnehmern auf fremden Strecken hochklassig besetzt – doch keiner der beiden konnte die Spezialisten schlagen. Hindernisläufer Ruppert (7:46,81 Minuten) musste sich auf den letzten 300 Metern deutlich dem Triumphator Florian Bremm geschlagen geben, der in 7:42,05 Minuten gewann. Beide profitierten davon, dass der wohl beste Halbstreckenläufer Deutschlands vorzeitig aufhören musste.
Farken lief lange mit den beiden Erstplatzierten, wirkte locker, doch nach etwa 2000 Metern war das Rennen für ihn vorbei. Der WM-Sechste über 1500 Meter humpelte plötzlich, griff sich an den hinteren rechten Oberschenkel und musste aufgeben. Für Farken war es das erste Mal nach über drei Jahren, dass er über 3000 Meter an den Start ging – es endete im Drama für den 28-Jährigen.
Kugelstoßen, Frauen – Ogunleye mit Bestleistung
Yemisi Ogunleye brauchte ein wenig, um im Wettkampf anzukommen – doch dann ließ es die Olympiasiegerin richtig krachen. Im vergangenen Jahr hatte die 27-Jährige mit 20,27 Metern ihre persönliche Bestleistung gestoßen, im fünften Versuch toppte sie diese Leistung dann tatsächlich nochmals um zehn Zentimeter und gewann mit 20,37 Metern.
Zum dritten Mal in Folge gewann Ogunleye erwartungsgemäß den Titel, ihre Konkurrentinnen waren chancenlos – wenngleich es auch dort großen Jubel gab. Bei der drittplatzierten Julia Ritter floßen nach 18,13 Metern im letzten Durchgang sogar die Tränen, Platz zwei sicherte sich Katharina Maisch mit 18,73 Metern.
Kugelstoßen, Männer – Harpf dominiert und brilliert
Schon mit dem ersten Stoß deutete sich an, dass Georg Harpf den ersten Titel der Deutschen Meisterschaften gewinnen wird. 19,52 Meter waren eine Weite, die keinem seiner Konkurrenten zuzutrauen waren. Und so war es für den 20-Jährigen ein Wettkampf gegen sich selbst – und in dem trumpfte er groß auf. Im fünften Versuch ließ Harpf die Kugel auf 20,46 Meter fliegen, über 2,5 Jahre lang hatte eine solche Weite kein deutscher Stoßer geschafft.
So ließ der für die LG Stadtwerke München startende Athlet auch vergessen, dass das gesamte Podium des vergangenen Jahres nicht dabei war, Eric Maihöher hatte 2025 mit einer Weite von 20,37 Metern gewonnen. Auch ihn stellte Harpf also mit seiner neuen persönlichen Bestleistung (vorher 19,96 Meter) in den Schatten. Silber ging an Lukas Schober (19,27), Bronze an Lasse Schulz (19,14), die jeweils auch so weit stießen wie nie zuvor.
3000 Meter, Frauen – Erster Streich für Weßel
Auch Nele Weßel setzte in Dortmund ein Ausrufezeichen, sie blieb bei ihrem Sieg in 9:01,35 Minuten über drei Sekunden unter ihrer Bestleistung und siegte dank einer starken letzten Runde mit deutlichem Vorsprung. Nach ihr komplettierten Vanessa Mikitenko (9:03,18) und Elena Burkard (9:04,38), die zuvor lange die Führungsarbeit gemacht hatte, das Podium.
Für Weßel soll es bei der Leichathletik-DM aber erst der erste Titel gewesen sein, über 1500 Meter geht die 26-Jährige ebenfalls an den Start. Das Duell gegen Maitje Kolberg wird als eines der spannendsten des Wochenendes gehandelt. Für Weßel war der Triumph über 3000 Meter aber schon etwas ganz Besonderes, es war der erste Einzeltitel ihrer Karriere.

