„Leibniz“ von Edgar Reitz: Gefrorene Zeit

Der Philosoph Leibniz ist seit 309 Jahren tot. Edgar Reitz widmet ihm einen radikalen Film. 



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"Leibniz" von Edgar Reitz: Verewigt: Aenne Schwarz als Malerin des Philosophen
Verewigt: Aenne Schwarz als Malerin des Philosophen
© Abb.: Weltkino Filmverleih GmbH

Am Ende seines langen Filmerlebens stellt der 92-jährige Edgar Reitz den deutschen Philosophen und Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz ins Zentrum eines stillen und dennoch opulenten Alterswerks. Eigentlich handelt es, wen wundert’s, von nichts anderem als vom Film selbst, gespiegelt in den Gedankenfiguren jenes genialen Metaphysikers, dessen geistige Höhenflüge weit in die Zukunft reichten und der in unsere Gegenwart nur deswegen nicht gelangen konnte, weil die Endlichkeit seines Körpers ihn daran hinderte. Wenngleich er, so Leibniz’ tröstliche Idee, als unsterblicher und unendlich kleiner Seelenpunkt möglicherweise doch an ihr teilhat.