Leben mit ME/CFS: Wenn erzwungener Stillstand das Leben regiert

Die Coronazeit ist lange vorbei – und viele wollen einfach nicht mehr daran erinnert werden. Aber aus dem Leben mancher Menschen ist die Pandemie nie verschwunden. Seit mehr als drei Jahren spielt sich Marthas Leben vor allem auf dem Familiensofa in Kiel ab. Nach einer Coronainfektion bekam sie ME/CFS – eine schwere Folgekrankheit. Dadurch ist die 19-Jährige extrem erschöpft und muss fast den ganzen Tag liegen. In die Schule kann sie nicht. Knapp zwei Stunden pro Woche kommt eine Privatlehrerin.

Das Familienleben ist abhängig von Marthas Energielevel – Wochenenden zuhause, Besuch kommt selten. Ihre wenige Kraft ist kostbar. Das sogenannte Pacing, einteilen der Reserven, ist existenziell. Für Überanstrengung zahlt Martha einen hohen Preis: denn ein paar Tage später kommt der Zusammenbruch. Die Familie hat dadurch viele Freunde verloren.