Preise verleihen. Ausstellungen eröffnen. Geld verteilen. Dazwischen inspirierende Gespräche mit Künstlerinnen und Schriftstellern führen. So idyllisch stellte man sich die Arbeit des Kulturstaatsministers bis vor gar nicht langer Zeit vor, so ähnlich praktizierten es die bisherigen Amtsinhaber auch, seit Gerhard Schröder den Posten 1998 einrichtete. Vorbei. Seit Wolfram Weimer vor neun Monaten von Friedrich Merz zum Kulturstaatsminister ernannt wurde, scheint das Streichen oder, wie es seine Vorgängerin Claudia Roth nennt, „Weghauen“ zu seiner Haupttätigkeit geworden zu sein. Erst am Dienstag sagte er wieder etwas ab: seinen eigenen Rundgang auf der Leipziger Buchmesse. An der Eröffnung am Mittwochabend und einer Veranstaltung am Donnerstag hielt er fest – auch wenn er nach eigenen Angaben wenig Lust darauf hat. Seine Vorfreude liege, auf einer Skala von eins bis zehn nur bei fünf, sagte er der Zeit.
