

28. März 2026 · Jonathan Meese besucht zum ersten Mal seit dem Abitur seine alte Schule in Ahrensburg – und spricht über Lehrer und Klassenkameraden, Kunst und Leben, Zwang und Freiheit.
Drei Küsschen auf die Wangen zur Begrüßung, links, rechts, links. Jonathan Meese nimmt seine schwarze Lederkappe ab, lächelt breit, schüttelt eifrig Hände und begrüßt die Schulleiterin. „Das ist meine Schule. Ich liebe diese Schule“, sagt er. „Vielen Dank, dass wir hier sein dürfen.“ Es ist das erste Mal seit seinem Abitur, dass er wieder hier ist – auf den Fluren seines Gymnasiums, der Stormarnschule in Ahrensburg. Dabei ist der 56 Jahre alte Künstler, der in Berlin lebt, immer noch regelmäßig in dem beschaulichen Vorort nordöstlich von Hamburg. Seine Mutter und er haben hier eine Wohnung. Das Abi war im Jahr 1989, Schnitt 3,0. „Mama hat drei Tage nicht mit mir geredet. Sie wollte, dass ich 2,9 mache.“
„Für mich ist das hier auch eine Burg.“
JONATHAN MEESE
Mama ist Brigitte Meese, die fast genauso bekannt ist wie ihr Sohn. Sie ist sonst immer dabei, Mutter und Sohn treten meist zu zweit auf. „Meine Mutter ist für mich die absolute Nummer eins“, sagt Meese. Heute konnte sie aber nicht mitkommen. Fünf Wochen vor dem Termin hatte sie einen Schlaganfall. Nun ist Brigitte Meese in der Reha, kann weder sprechen noch schlucken, aber sie sei guten Mutes und stark. „Ich zeige einmal ein Foto, damit ihr es seht“, sagt Meese und zückt sein Handy. Im Dezember ist seine Mutter 96 Jahre alt geworden. „Meine Mutter war ja 1937 bis 1949 in Salem, in der Burg“, sagt Meese. „Für mich ist das hier auch eine Burg.“ Er zieht ein Buch aus seiner Jackentasche: „Das Geheimnis der Klippenburg“ von Enid Blyton.
