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Die IG Metall und der Betriebsrat am MAN-Standort Salzgitter haben ein eigenes Zukunftskonzept für das Werk vorgestellt und üben deutliche Kritik am Kurs des Arbeitgebers. Nach Einschätzung der Gewerkschaft gefährde MAN die industrielle Zukunft des Standorts, obwohl sich das Unternehmen aktuell in einer stabilen wirtschaftlichen Lage befinde. Vorschläge aus der Belegschaft würden bislang nicht ernsthaft berücksichtigt.
Besonders kritisch bewerten die Arbeitnehmervertreter die Personalplanung. Nach einem der vorliegenden Szenarien könnte die Zahl der Beschäftigten von derzeit rund 2.161 bis zum Jahr 2032 auf unter 852 sinken.
Auf Nachfrage erläuterte die IG Metall, dass sich das vorgelegte Zukunftskonzept aus drei Bausteinen zusammensetze:
erstens konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Achse, zweitens bereits durchgerechnete Projekte im Umfeld der Kreislaufwirtschaft sowie drittens strategische Weiterentwicklungen im Bereich von E-Komponenten.
Diese Vereinbarung gilt jedoch nicht für den Standort Salzgitter. Wie aus Verhandlungskreisen zu hören ist, fand am Freitag ein Spitzengespräch zwischen Unternehmens- und Arbeitnehmervertretern statt. Dabei hätten die gleichen Zusagen wie für die übrigen deutschen Standorte auf dem Tisch gelegen, diese seien der Arbeitnehmerseite jedoch nicht ausreichend gewesen.
„Es wurden immer wieder neue Forderungen erhoben, dabei wurden rote Linien überschritten“, heißt es aus Verhandlungskreisen. Die zuletzt öffentlich formulierten Forderungen seien bereits erfüllt gewesen. Dennoch sei weiter nachverhandelt worden – zum Nachteil aller Beschäftigten. Die Gespräche seien schließlich endgültig abgebrochen worden.
Nach Einschätzung aus dem Umfeld der Verhandlungen droht dem Werk Salzgitter nun der Umbau zu einem reinen Logistikstandort und perspektivisch der vollständige Abzug der Produktion in den kommenden Jahren.
