
Der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen hat sich für verbindliche Krisen- und Notfallpläne für vulnerable Gruppen ausgesprochen. Damit zieht er Konsequenzen aus dem Stromausfall in Berlin. Kälte, Dunkelheit und der Ausfall der Kommunikationswege träfen Menschen mit Behinderungen in besonderer Weise, sagte der Vorsitzende des Landesbeirats, Thomas Seerig.
Zu den Forderungen des Landesbeirats gehört eine barrierefreie Krisenkommunikation, die in Leichter Sprache oder Gebärdensprache verfügbar sein soll. Pflege- und Assistenzdienste sollten besser auf längere Stromausfälle vorbereitet werden. Außerdem soll die Behindertenvertretung an der Krisenvorsorge und dem Katastrophenschutz verbindlich beteiligt werden.
Landesbeirat verlangt sichere Notstromversorgung
Seerig zufolge könne der Ausfall etwa von elektrischen Hilfsmitteln teilweise zu akuten und lebensbedrohlichen Gefährdungen führen. Bei künstlich beatmeten Personen etwa kann ein Stromausfall zum Erstickungstod führen. Für Menschen, die auf solche Unterstützung angewiesen sind, verlangt der Landesbeirat eine sichere Notstromversorgung.
Infolge eines Brandanschlags am Samstagmorgen hatten rund 45.000 Haushalte im Südwesten von Berlin keinen Strom. Am Mittwoch konnte die Versorgung wiederhergestellt werden. Der Stromausfall gilt als der längste seit dem Zweiten Weltkrieg.
