
Die Lufthansa hat einen geplanten Linienflug aus der saudischen Hauptstadt Riad kurzfristig abgesagt. Das Flugzeug war auf dem Weg von München nach Riad und sollte dort gestrandete Urlauber ausfliegen. Der Kapitän habe in Rücksprache mit der Zentrale entschieden, nach Kairo abzudrehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt. „Sicherheit geht vor.“ Laut Lufthansa war der saudische Flughafen zum Zeitpunkt des Anflugs gesperrt.
WELT-Reporter Daniel Koop, der sich derzeit in Dubai aufhält, berichtete von einer akuten Gefahr: „Nach unseren Informationen war das eine Bombendrohung, die es gegen dieses Flugzeug gegeben hat.“ Die Drohung sei in einem Callcenter der Lufthansa eingegangen.
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Der voll gebuchte Rückflug aus Saudi-Arabien kann laut Lufthansa dennoch verspätet stattfinden. Die wenigen Passagiere des Hinflugs seien in Kairo ausgestiegen und dann umgebucht worden. Der Airbus A350-900 sollte noch am Abend am wieder geöffneten Flughafen in Riad landen, um den Rückflug zu absolvieren. Dieser wird am Samstagmorgen um 07.00 Uhr in München erwartet.
Zuvor war der zweite von der Bundesregierung organisierte Evakuierungsflug für in der Golf-Region wegen des Iran-Krieges festsitzende Reisende in Deutschland eingetroffen. Laut Informationen des Flughafens Frankfurt am Main landete die Maschine der Fluggesellschaft Condor dort am Freitag kurz vor 11:00 Uhr. Das Flugzeug kam aus Maskat in Oman und war in der Nacht im ägyptischen Hurghada zwischengelandet.
Eigentlich war dieser Flug bereits am Donnerstagabend in Deutschland erwartet worden. Der Abflug hatte sich jedoch erheblich verzögert. Zahlreiche Flughäfen der Golf-Region sind wegen iranischen Beschusses geschlossen oder im Betrieb stark eingeschränkt, Maskat jedoch nicht. Reisende aus anderen Golf-Staaten wurden vielfach auf dem Landweg dorthin gebracht.
