
Der Iran-Krieg hat den Abwärtsdruck an den
weltweiten Börsen verstärkt. So sank der deutsche Leitindex Dax ab und büßte zum Handelsende
3,44 Prozent auf 23.790,65 Punkte
ein. Mit dem deutlichen Rutsch unter die 100- und
200-Tage-Durchschnittslinien trübte sich auch der langfristige Kurs ein.
Nach zwei heftigen Verlusttagen ist aus den Kursgewinnen seit
Jahresbeginn inzwischen ein klares Minus geworden. Für den MDax der
mittelgroßen Unternehmen ging es um weitere 3,44 Prozent auf 29.801,02
Punkte nach unten.
Auch an US-Börsen geht es bergab
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging mit einem Minus von 3,6 Prozent aus dem Handel. In Großbritannien und der Schweiz erlebten die Anleger ebenfalls weitere Kurseinbußen.
An den US-Börsen, die sich zu Wochenbeginn noch vergleichsweise robust
gezeigt hatten, ging es mit einem Tag Verzögerung klar nach unten,
wenngleich nicht ganz so heftig wie in Europa. Die wichtigsten
US-Indizes lagen jeweils rund 1,5 Prozent im
Minus. Steil nach unten ging es auch für Gold und
Silber.
Leicht im Minus lag der Kurs zehnjähriger
US-Staatsanleihen, was die Rendite verbesserte.
„Normalerweise sehen wir in nervösen Marktphasen eine Rotation:
Kapital wandert aus risikoreicheren Anlagen wie Aktien in
vermeintlich sichere Häfen wie Staatsanleihen oder Gold“, sagte Salah-Eddine Bouhmidi, Experte beim Broker IG. „Doch
heute fehlt genau diese Bewegung.“
Unter den Anlegern geht wegen des Iran-Krieges weiter die Sorge vor
einer Energiekrise um. Infolge des Krieges sind die Öl- und Erdgaspreise gestiegen, wodurch
wiederum Konjunktur- und Inflationsängste geschürt werden. „Entscheidend
für die Marktstimmung
ist, wie sehr sich der Konflikt ausweitet, wie lange er dauert, wie die
übrigen Großmächte auf den Angriff reagieren und wie stark die
Energiepreise steigen„, sagte Chris Iggo von der
Kapitalverwaltungsgesellschaft BNP Paribas Asset
Management.
