Kraniche: Wo man die Vögel im Norden gut beobachten kann

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Kraniche kommen aus Winterquartieren zurück (1 Min)

Stand: 17.03.2026 09:38 Uhr

Ende des Winters rasten Tausende Kraniche auf ihrem Vogelzug in den Norden wieder in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. An einigen Standorten kann man die imposanten Vögel besonders gut sehen.

Jedes Jahr im Februar und März ziehen die Kraniche aus dem Süden Richtung Norden zu ihren Brutgebieten. Im September und Oktober kehren sie wieder zurück in ihre Winterquartiere in Südeuropa. In Schweden erhielten sie daher den Beinamen „Vögel des Glücks“, denn mit den Kranichen kehrt der Frühling ins Land zurück – und mit ihnen Sonne, Helligkeit und Wärme.

Hier sind Kraniche in Norddeutschland zu sehen

Rund um den Bodden, im Müritz-Nationalpark sowie auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind die Vögel vor allem während ihres Zugs im Frühjahr und Herbst gut zu beobachten. Am eindrucksvollsten ist der Herbstzug der Kraniche, wenn sich Zehntausende an den norddeutschen Rastpätzen sammeln. Auch in einigen Regionen Niedersachsens sind die Tiere gut zu sehen, etwa bei Diepholz.

Kraniche fliegen über einem Feld.

In den Abendstunden fliegen die Kraniche zu ihren Schlafplätzen.

Die Zahl der durchziehenden Vögel schwankt jährlich und hängt von den Bruterfolgen und Rastbedingungen ab. Eine Webseite des NABU informiert über den aktuellen Zug der Kraniche sowie ihre Ankunft in den Brutrevieren. In Deutschland sind etwa 11.000 Brutpaare heimisch. Die meisten sind in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu finden.

Regeln beachten: Kraniche behutsam beobachten

Wer die scheuen Tiere an ihren Rastplätzen beobachten möchte, sollte darauf achten, sie nicht zu stören. Denn bei jeder Flucht verbrauchen die Vögel Energie, die sie für ihren Weiterflug dringend benötigen. Laute Geräusche, helle Kleidung und Blitzlichter beunruhigen die Kraniche und können sie vertreiben. Der NABU hat auf einer Internetseite einige Verhaltensregeln für die Kranichbeobachtung zusammengestellt.

Wanderungen und Führungen

Zum Vogelzug gibt es vor allem im Herbst vielerorts geführte Touren zu den Rastplätzen der Kraniche. Im Frühjahr können Interessierte etwa an einer Wanderung auf der Halbinsel Bresewitz mit Blick auf die Barther Oie teilnehmen. Im Herbst lassen sich die Tiere an der Müritz im Rahmen eines sogenannten Kranich-Tickets (August bis Oktober, Erwachsene: 19 Euro, Kinder von 7-15 Jahre 9 Euro) beobachten, das es entweder online oder beim Nationalpark-Service in Federow gibt. Mit dem Ticket kann man an einer rund vier Kilometer langen abendlichen Wanderung zu den Rastplätzen im Nationalpark teilnehmen.

Exkursionen und Schiffsfahrten

Detaillierte Informationen sowie Exkursionen zu den Kranichen bietet das NABU-Erlebniszentrum Kranichwelten in Günz nordwestlich von Stralsund. Zu dem Zentrum gehört eine hölzerne Beobachtungsstation, das „Kranorama“ am Günzer See. Diese ist ausschließlich zu den Rastzeiten der Kraniche im Frühjahr und Herbst geöffnet.

Im Herbst starten unter anderem von Prerow, Zingst, Barth sowie von Schaprode auf Rügen abendliche Schiffsfahrten zu den Schlafplätzen der Kraniche. Ab Waren und Klink startet die Blau-Weiße-Flotte zu abendlichen Kranichfahrten zur Halbinsel Großer Schwerin.

Weitere Kranich-Rastplätze in Norddeutschland

Auf eigene Faust lassen sich Kraniche auch in anderen Regionen Norddeutschlands beobachten, so etwa am Schaalsee, am Galenbecker See östlich von Neubrandenburg, in der Lewitz und im Naturpark Mecklenburgische Schweiz.

In Niedersachsen rasten die Vögel bevorzugt im Tister Bauernmoor bei Sittensen im Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie in der Diepholzer Moorniederung, etwa am Rehdener Geestmoor nahe Diepholz. Dort kann man die Tiere von Beobachtungstürmen aus besonders gut sehen. In Schleswig-Holstein sind sie unter anderem in der Hohwachter Bucht zu beobachten, in Hamburg im Duvenstedter Brook.

Hier können Sie Kraniche beobachten

Freie Beobachtung ohne Führung
Beobachtungstürme und -punkte sowie Fotohütten sind unter anderem hier zu finden:

  • Pramort/Ostzingst auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (nur mit Nationalpark-Karte)
  • Beobachtungsturm am Bodden südwestlich von Zingst
  • Beobachtungsplattform bei Bresewitz
  • bei Bisdorf/Groß Mohrdorf in der Nähe des Kranichzentrums
  • Tankow auf Ummanz vor Rügen
  • an den Lewitzer Fischteichen (Mecklenburg)
  • in Flemendorf am Barther Bodden
  • Kranorama am Günzer See (Vorpommern)
  • Zarrentin am Schaalsee
  • „Kranichkieker“ bei Neuenkirchen nahe Zarrentin
  • am Galenbecker See (Mecklenburgische Seenplatte)
  • bei Sittensen am Tister Bauernmoor
  • bei Diepholz am Rehdener Geestmoor

Exkursionen im Müritz Nationalpark mit dem Kranich-Ticket von August bis Ende Oktober, Treffpunkt: Nationalpark-Informationsstelle Federow

Exkursionen des NABU-Kranichzentrums Groß Mohrdorf ab Mitte September bis Ende Oktober, verschiedene Exkursionen zu den Schlaf- und Nahrungsflächen, Start am Informationszentrum

Schiffstouren (September bis Oktober):
ab Zingst, Schaprode, Breege
Große Kranichtour entlang der Sundischen Wiesen ab Zingst
Kranich- und Vogelbeobachtungstour Prerow – Strom – Bülten ab Prerow
Preise und weitere Infos auf der Website der Reederei

Zwei Kranichskulpturen stehen vor einem Museum.

Nach knapp zweijähriger Bauzeit können Gäste das Zentrum mit einer interaktiven Ausstellung seit September 2025 besuchen. 

Ein Junge geht barfuß auf einem Weg im Huvenhoopsmoor

Das Hochmoor am nördlichen Teufelsmoor im Kreis Rotenburg lädt zum Wandern ein. Sehenswert ist der jährliche Kranichzug.

Mehrere Nonnengänse im Flug.

Im Frühjahr beginnen viele Vögel zu brüten, andere machen Rast an Nord- und Ostsee. Ein guter Zeitpunkt, um sie zu beobachten.