

Der Frankfurter CDU-Vorsitzende Nils Kößler beschreitet mit seiner Ankündigung, allein mit SPD, Volt und FDP (also ohne Grüne) über eine Koalition im Römer verhandeln zu wollen, einen riskanten Weg. Er begibt sich in die Hände der SPD, der er trotz deren bescheidenen Wahlergebnisses nun geradezu offiziell die Rolle des Königsmachers zuweist, indem sie darüber befinden kann, ob sie in Gespräche über ein solches Bündnis einsteigt oder nicht. Kößler strebt zudem eine gewagte Koalition mit einer äußerst knappen Mehrheit an. Das unübliche Vorgehen, sich zu einem frühen Zeitpunkt auf ein bestimmtes Bündnis festzulegen, droht ihn schließlich zu beschädigen, falls daraus nichts wird.
Das alles wäre allerdings womöglich nicht nötig, würden die Grünen allmählich einsehen, dass sie es sind, die die Wahl am 15. März verloren haben, mithin Korrekturen ihrer Politik kein unbilliges Verlangen darstellen, und würde nicht weiter von vielen mit einem Linksbündnis geliebäugelt. Ihnen allen zeigt die CDU als Wahlsiegerin, dass es grundsätzlich schon auch andersrum gehen könnte in der Stadt.
Die Gespräche über Koalitionen im Römer werden vermutlich noch einige Wendungen nehmen; das stabilste Bündnis wäre, da hilft alles nichts, eines aus CDU, Grünen und SPD. Am Ende geht es aber auch darum, wer welchen Stadtrat stellt. Wenn die CDU wirklich eine Neuausrichtung im Römer will, wird sie auf Verkehr und/oder Planung zielen müssen als die Ressorts mit der größten Gestaltungsmacht und dem größten Korrekturbedarf. Leicht ist es offenkundig nicht, die Wende, die die Wähler am 15. März gewählt haben, in Politik umzumünzen.
