Kinder, Karriere, Dauerstress: In der Rushhour des Lebens

Die Lebensjahre zwischen Mitte, Ende zwanzig und Anfang vierzig gelten als „Rushhour des Lebens“. Alles muss gleichzeitig auf die Straße gebracht werden: Ende des Studiums, Berufseinstieg, ein Kind womöglich, etwas später vielleicht das zweite. Parallel folgen erste Karriereschritte, gegebenenfalls weitere Kinder und dann die nächsten Stufen auf der Leiter der beruflichen Entwicklung. Dabei wird der Spagat zwischen Arbeitsleben und Privatleben zum Dauerzustand.

Besonders herausfordernd ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, was die drei „K“ der Moderne angeht: Kinder, Küche, Karriere. Wer gleichzeitig im Beruf weiterkommen und sich gleichberechtigt mit dem Partner oder der Partnerin um Haushalt und Nachwuchs kümmern will, muss irgendwo Zeit abknapsen. Meistens geschieht das bedauerlicherweise an dem Punkt, an dem der Widerstand am geringsten ist: dem Schlafbudget. Mit fatalen Folgen.

Stop and Go durch den Alltag

Dauerhaft an der Nachtruhe zu sparen, setzt einen Teufelskreis in Gang. Es beginnt schleichend mit angeknackster Laune, die sich zumindest anfangs noch mit Kaffee oder Schokolade bekämpfen lässt. Wenn das nicht mehr hilft, leidet das Tempo, und selbst Routineaufgaben kosten auf einmal mehr Kraft als gewohnt. Wo früher die frischen Ideen nur so sprudelten, muss man auf einmal härter dafür arbeiten. Wer mitten in der Rushhour des Lebens steckt, bewegt sich manchmal im Stop and Go durch den Alltag – ganz so wie zur buchstäblichen Hauptverkehrszeit auf der Straße, auf die die Bezeichnung zurückgeht.

Am Ende helfen in den drei K-Fragen deshalb nur A-Antworten. Auf der Arbeit muss man die Aufgaben noch fokussierter angehen und in der Küche die Ansprüche absenken. Vor allem aber wäre es hilfreich, einfach mal wieder amtlich auszuschlafen. In diesem Sinne: Gute Nacht!