
Im Prozess um das versuchte Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. US-Bezirksrichterin Aileen Cannon folgte am Mittwoch in Florida dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte argumentiert, der Angeklagte Ryan Routh habe keine Reue gezeigt und sich auch nicht bei den Menschen entschuldigt, die er Gefahr gebracht habe. Die Geschworenen hatten ihn im September in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen.
Rouths Verteidiger Martin Roth beantragte 20 Jahre Gefängnis zusätzlich zu einer siebenjährigen Haftstrafe, die für eine Verurteilung wegen Verstoß gegen das Waffenrecht vorgeschrieben ist. Eine angemessene Strafe müsse es dem 59-jährigen Angeklagten ermöglichen, vor seinem Tod freizukommen, erklärte er.
Die Staatsanwaltschaft verwies dagegen auf die Vorstrafen des Angeklagten. „Sein Leben zeugt von einer nahezu totalen Missachtung des Gesetzes“, erklärte sie.
Die Staatswaltschaft hatte Routh vorgeworfen, wochenlang eine Ermordung Trumps geplant zu haben und diesem am 15. September 2024 in einem Gebüsch außerhalb von dessen Golfplatz in West Palm Beach mit einer Waffe aufgelauert zu haben. Ein Beamter des Secret Service entdeckte Routh, bevor Trump in Reichweite kam, und eröffnete das Feuer. Routh floh, ohne selbst einen Schuss abgegeben zu haben. Vor Gericht argumentierte er deshalb, dass die Anklage keinen Attentatsversuch nachgewiesen habe, denn auf den öffentlichen Wegen außerhalb des Zauns habe jeder das Recht, sich mit einer Waffe aufzuhalten.
Nach dem Schuldspruch der Geschworenen im September hatte Routh versucht, sich einen Stift in den Hals zu rammen. Justizbeamte überwältigten ihn. Der Angeklagte blieb unverletzt, weil der Stift so konstruiert ist, dass man sich oder andere damit nicht verletzen kann.
