

Zwei Tage nach dem tragischen Zugunglück in Andalusien sind am Dienstag in Katalonien zwei Regionalbahnen entgleist. Der erste Zwischenfall ereignete sich zwischen Gelida und Sant Sadurní d’Anoia. Dort stürzte am Abend eine Stützmauer auf einen der Züge. Laut Presseberichten wurden mindestens 20 Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Der Lokführer, der in seiner Kabine eingeklemmt war, kam ums Leben. Als Grund für den Einsturz der Mauer werden die starken Regenfälle vermutet, die über Katalonien niedergingen. In Katalonien war wegen des Unwetters die höchste „rote“ Alarmstufe ausgerufen worden.
Das zweite Unglück ereignete sich zuvor auf der Strecke zwischen Blanes und Maçanetu, wo ein lokaler Rodalies-Zug entgleiste. Er war mit einem Felsen kollidiert, wobei eine Achse beschädigt wurde. Es gab keine Verletzten. Die Linie R1 führt zum größten Teil die Mittelmeerküste entlang, wo ebenfalls heftige Niederschläge gab. Am Mittag war kurzzeitig der Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Barcelona zwischen Girona und Figueres-Vilafant eingestellt worden, als ein AVE-Zug in einem Tunnel liegengeblieben war.
Auf der Strecke von Madrid nach Barcelona kommt es unterdessen zu längeren Verzögerungen. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Hochgeschwindigkeitszüge auf einem 150 Kilometer langen Teilstück vorerst nur 160 und nicht mehr 300 Kilometer in der Stunde fahren.
Lokführer hatten über ungewöhnliche Vibrationen berichtet und vorsichtshalber die Geschwindigkeit verringert. Noch in der Nacht sollte die Überprüfung des Abschnitts beginnen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung führt zu Verzögerungen von bis zu 30 Minuten auf einer der wichtigsten Bahnstrecken Spaniens.
