Kämpfe eskalieren: Syrische Armee erobert Tabqa trotz US-Warnungen

Die syrische Armee ist trotz US-Forderungen nach einem Stopp
weiter in kurdisch kontrollierte Gebiete vorgerückt. Staatlichen Medien zufolge nahm die Armee die nördliche Stadt Tabqa und zwei strategisch wichtige Staudämme ein. Der Chef des US-Zentralkommandos (Centcom), Brad Cooper, forderte die syrischen Truppen in einer auf der Plattform X veröffentlichten Erklärung auf, „jegliche Angriffe in den
Gebieten“ zwischen der Stadt Aleppo und der rund 160 Kilometer weiter östlich gelegenen Stadt Tabqa einzustellen. Zuvor war es zu Zusammenstößen zwischen der Armee und kurdischen Kämpfern um
strategische Stellungen und Ölfelder entlang des Euphrat gekommen.

Syrische Truppen hatten sich bei mehreren Dörfern westlich des Euphrat versammelt und die von den Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zum Rückzug auf das andere Ufer des Flusses aufgefordert. SDF-Kämpfer ⁠zogen sich daraufhin am Samstagmorgen als Geste des
guten Willens aus dem Gebiet zurück. Sie warfen den syrischen Truppen jedoch vor, die Vereinbarung gebrochen zu haben ⁠und weiter in Städte und Ölfelder vorgedrungen zu sein, die nicht Teil der Übereinkunft gewesen seien.

Um die ‍Kämpfe zu beenden, ‍reiste US-Gesandter Tom Barrack zwei kurdischen Insidern zufolge am Samstag nach Erbil im Nordirak, um sich mit SDF-Vertretern und dem irakisch-kurdischen Führer Masud Barsani zu treffen. Hintergrund der Spannungen sind die stockenden Verhandlungen über Forderungen ⁠von Präsident Ahmed al-Scharaa, die militärischen und zivilen Strukturen der Kurden in die Staatsinstitutionen zu integrieren.

Die SDF ​sind ein wichtiger ​Verbündeter der USA im Kampf gegen die ‌Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Allerdings müssen die USA dies ‍mit ihrer neuen Unterstützung für Präsident Scharaa in Einklang bringen, dessen islamistische Rebellen Ende 2024 den ‍langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt haben.