

Auch das hätte man vor ein paar Jahren noch als unterhaltsame, aber überspannte Fiktion abgetan, wäre es in einem Hollywoodfilm vorgekommen: Der amerikanische Präsident richtet einen „Friedensrat“ ein, dem er selbst auf unbegrenzte Zeit vorsitzen kann und in dem er praktisch bei jeder Entscheidung das letzte Wort hat. Das ist also ein großer UN-Sicherheitsrat, in dem nicht mehr fünf Nationen, sondern nur noch ein Mann, nicht mal ein Land, das Vetorecht hat.
Ungewählte Bürokraten
Und in dem Exekutivrat, der die operative Tätigkeit der neuen Organisation leiten soll, findet sich bisher außer Trumps Außenminister keine Person, die über eine demokratische Legitimation verfügt. Sind es nicht Trump und seine MAGA-Leute, die bei jeder Gelegenheit gegen ungewählte Bürokraten auf internationaler Ebene wettern?
Ein Ersatz für die Vereinten Nationen ist der Rat aber (noch) nicht. Trumps Weltherrschaft wird, Stand Donnerstag, nur von rund 35 Staaten anerkannt. Denen dürfte es nicht ausschließlich um den Frieden in Gaza oder in anderen Konfliktgebieten gehen, sondern vor allem um die Gunst des großen Vorsitzenden: Argentinien etwa braucht Geld, die Saudis wollen Geschäfte machen, Belarus nutzt jedes Gegengewicht zu Russland.
Apropos: Putin zeigt mal wieder, dass er mindestens so clever ist wie ein New Yorker Immobilienunternehmer. Er will über den Rat an das eingefrorene russische Guthaben in Amerika herankommen.
