Jetzt reicht es nicht einmal mehr für den Kader: Bayern-Star Jackson am Tiefpunkt

Dass Nicolas Jackson beim FC Bayern über den Sommer hinaus keine Zukunft haben wird, hatte sich schon seit längerem abgezeichnet. Wie schwer der Stand des Senegalesen beim Rekordmeister tatsächlich ist, zeigte sich am Mittwochabend. Als der Verein gegen 19.45 Uhr die offizielle Aufstellung für das wichtige Pokal-Viertelfinale bekanntgab, fehlte der Mann mit der Nummer „11“. Nicht nur in der Startelf, sondern gänzlich im Aufgebot.

Trainer Vincent Kompany, der aktuell in der Luxussituation ist, seinen kompletten Kader zur Verfügung zu haben, setzte den 24-Jährigen auf die Tribüne. „Die Entscheidung muss gemacht werden, es ist eine positive Sache, weil die Jungs fit sind. Natürlich freue ich mich nicht über den Spieler, der zu Hause bleiben muss, aber über die Situation, alle Spieler zur Verfügung zu haben“, hatte Kompany bereits tags zuvor gesagt. Beim 5:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag war die Wahl noch auf Innenverteidiger Min-jae Kim gefallen, nun also auf Jackson.

Jackson spielt in der Bayern-Offensive kaum eine Rolle

Für den 24-Jährigen war die Nicht-Berücksichtigung ein deutlicher Fingerzeig – auch mit Blick auf seine Rolle beim Rekordmeister. Dass sich Trainer Kompany in einem derart wichtigen K.o.-Spiel dazu entscheidet, seinen einzigen Mittelstürmer neben Harry Kane aus dem Kader zu streichen und sich selbst damit die Möglichkeit zu nehmen, im Falle eines Rückstands einen groß gewachsenen Angreifer bringen zu können, lässt tief blicken. Jackson spielt in der Bayern-Offensive die dritte, vierte Geige. Wenn überhaupt.

Nun, die ganz große Rolle hatte man dem 24-Jährigen beim Rekordmeister von vornherein ohnehin nicht zugetraut. Der Angreifer wurde erst am Deadline-Day des vergangenen Transfer-Sommers als Backup für Kane vom FC Chelsea verpflichtet. Kostenpunkt: satte 16,5 Millionen Euro an Leihgebühr, wovon drei Millionen der Spieler übernahm. Dazu sicherten sich die Bayern eine Kaufoption in Höhe von 65 Millionen Euro, welche ab 40 Startelf-Einsätzen verpflichtend greift.

Hoeneß-Andeutung: Bayern hatte nicht vor, Jackson fest zu verpflichten

„Die macht er nie, da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen“, meinte Ehrenpräsident Uli Hoeneß bereits im September im „Doppelpass“ – und sollte Recht behalten. Bislang kommt Jackson lediglich auf sieben Startelf-Einsätze. Dass die Kaufoption verpflichtend greift, ist rechnerisch schon länger nicht mehr möglich. Von Vereinsseite war das auch nie geplant.

Unabhängig davon ist der sportliche Einfluss, den der 24-Jährige auf die Bayern bisher hatte, marginal. Insgesamt kommt er auf 637 Minuten Einsatzzeit, verteilt auf 20 Spiele, in denen er fünf Treffer und eine Vorlage beisteuerte. Noch immer fremdelt der 1,87 Meter große Angreifer mit der Spielweise unter Kompany, auch seine technischen Defizite treten in der Hochglanz-Offensive der Münchner immer wieder in Erscheinung.

Jacksons Berater Ali Barat hatte sich Ende Dezember noch zuversichtlich gegeben, was die Zukunft seines Klienten bei den Bayern angeht. Noch sei es zu früh für ein Urteil, sagte Barat: „Nico und ich werden uns am Saisonende zusammensetzen, alle Optionen prüfen und dann gemeinsam eine Entscheidung treffen.“