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Gestiegene Kosten machen es immer mehr Transportunternehmen in Italien schwer, sich auf dem Markt zu halten. Allein zwischen 2015 und 2025 sank die Gesamtzahl der aktiven Unternehmen um 22,2 Prozent von 86.590 auf 67.349. Dabei gibt es jedoch starke regionale Unterschiede. Während Südtirol als einzige Region gar einen Zuwachs (um 12,1 Prozent) verzeichnete und dort im gleichen Zeitraum 165 zusätzliche Transportunternehmen entstanden, brach die Zahl der Unternehmen in anderen Regionen um mehr als 30 Prozent ein.
Besonders betroffen davon sind das Aostatal (- 34,1 Prozent), Latium (- 32,5 Prozent), die Marken (-33,4 Prozent) und Sardinien (- 30,2 Prozent). Wie eine Analyse des in Mestre ansässigen Studienzentrums des Wirtschaftsverbandes CGIA ergab, haben 54 Prozent der italienischen Güterverkehrsunternehmen ihren Sitz entweder in der Lombardei oder aber in Kampanien, der Emilia-Romagna, Venetien und Sizilien. Auch dort wurden im Verlauf der vergangenen Jahre Rückläufe vermerkt. Die Lombardei vereint zwar mit 10.193 aktiven Unternehmen noch immer 15,13 Prozent des Gesamtbestandes der Logistikunternehmen auf sich, hat aber seit 2015 mit 3.141 Betrieben ebenfalls einen erheblichen Rückgang (um 23,6 Prozent) verzeichnen müssen. In der Emilia-Romagna (Verlust von 2.623 Betrieben) und Venetien (Verlust von 2.142 Unternehmen) liegt er mit 27 Prozent bzw. 24,3 Prozent) sogar noch höher. In Kampanien zeigt sich der Rückgang mit einem Anteil von 5,9 Prozent und in Sizilien mit einem Anteil von 8,9 Prozent hingegen vergleichsweise moderat.
Gründe für das erhebliche Firmensterben in Italien sind neben steigenden Fixkosten (etwa durch höhere Autobahnmaut und angezogene Dieselpreise) und verspäteten Zahlungen seitens der Auftraggeber vor allem auch Wirtschaftskrisen, der zunehmende Wettbewerb durch ausländische, insbesondere osteuropäische, Transportunternehmen sowie unternehmerische Umstrukturierungsprozesse, Fusionen und Übernahmen etwa von kleineren Betrieben. Letztere treffe, so die CGIA, auch der Kostenanstieg seit Beginn des Jahres 2026 enorm. Die im Schnitt nun um 1,5 Prozent höhere Autobahnmaut sowie steigende Dieselpreise (+3,6 Prozent) könnten dafür sorgen, dass die Fixkosten auch in diesem Jahr um mehrere Tausend Euro steigen.
